Mit Sängerin Annie Lennox, 69, die nicht mehr auf Tour gehen mag (aber nach wie vor eng mit ihm befreundet ist), prägte Dave Stewart als «Eurythmics» ab 1983 die Popmusikwelt. (Bild von 1986.)
Annie Lennox ist auf der Tour nicht dabei – dafür singen Vanessa Amorosi, Rahh und deine Tochter Kaya.
Dave: Es ist toll mit ihnen – sie haben sehr unterschiedliche Stimmen. Das passt, denn Annie und ich haben ja von Album zu Album immer wieder unseren Stil gewechselt. Und unsere Fans haben das immer mitgemacht! Die Stimme meiner Tochter ist sehr emotional. Rahh ist eher eine kraftvolle Sängerin. Und Vanessa Amorosi ist mehr im Rock zu Hause.
Bei «Art on Ice» bewegen sich Eiskunstlauf-Stars zu eurer Musik – wie wird das sein?
Dave: Ich habe mich gestern Abend lange mit den Machern von «Art on Ice», Oliver Höner und Reto Caviezel, unterhalten. Sie sagten mir, dass sich die Eisläuferinnen und Eisläufer zu der lauten Live-Musik immer wieder anders bewegen werden.
Und was heisst das jetzt?
Dave: Eigentlich weiss ich das gar nicht. Ich habe mit den beiden viel über Voodoo gesprochen – über Bluesmusik und Gris-Gris und so Zeugs. Der Blues zog sich von Anfang an immer durch meine Musik. Mal sehen, was dabei herauskommen wird, wie wir das umsetzen. Auf jeden Fall habe ich sie dazu gebracht, sich diese Voodoo-Bilder und Symbole anzuschauen.
Was verbindet dich mit der Schweiz?
Dave: Annie und ich haben hier oft gespielt. Es sind viele schöne Erinnerungen entstanden. Aktuell ist meine Verbindung zur Schweiz mein Geschäftspartner Johan: Wir lieben beide Martinis. Dank ihm habe ich jetzt meinen eigenen Wodka, der heisst «Poetry». Mit meinem Hut auf der Etikette. Ganz ehrlich, es ist ja nicht völlig ungefährlich, einen eigenen Wodka zu haben. Ich trinke aber jeden Tag nur einen. Immer exakt zur selben Zeit, um 20 Uhr 40.
Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Was hältst du von künstlicher Intelligenz? Wird sie selbst so kreative Leute wie dich dereinst ersetzen?
Dave: Paul Allen, der mit Bill Gates Microsoft gegründet hat, war ein guter Freund von mir. Schon 1992 hat er mir einen Laptop geschenkt und mit mir über KI gesprochen. Niemand kann diese rasante Entwicklung stoppen. Man kann Regeln aufstellen, aber niemand hat die Möglichkeit, es zu kontrollieren. Alle Information geht in ein grosses Gehirn. Joe Walsh von den Eagles sagte einst was Lustiges: «Solange sie kein Hotelzimmer verwüstet und den TV nicht in den Pool wirft, habe ich keine Angst vor künstlicher Intelligenz.» Will man sich von der Software Vorschläge zu Text und Melodie machen lassen, sagt man: Mach was Trauriges! Dann kommt auch was Trauriges. Doch wird es so gut werden wie ein Song von Leonard Cohen? Das bezweifle ich.
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