Dabei reiste er kürzlich für die Fernsehshow «Sing meinen Song» mit Koffer, Gitarre und Familie nach Südafrika: «Ich wusste, es wird intensiv, das Programm von «Sing meinen Song.» Doch ich wollte das unbedingt erleben!» Auf Einladung von Musiker-Kollege Mark Forster trifft er sich dort mit Judith Holofernes, Johannes Strate, Marian Gold und Mary Roos am Lagerfeuer. Seine Mission: einen Song für Vox neu zu interpretieren. Für ihn eine neue Erfahrung. Aus dem Grand-Prix-d’Eurovision-Lied «Aufrecht geh’n» (1984) von Schlagerlegende Mary Roos (69) kreiert Garvey sein eigenes Werk. Damit trifft er ins Schwarze: Bei Mary Roos brechen die Dämme, Tränen kullern: «Es war wie ein Zusammentreffen von Freunden. Als ich dann meinen Song performte, war es einfach nur wow», erinnert sich Garvey. Das Musikertreffen schmeckt auch dem Fernsehpublikum.
Nächstes Jahr ist eine weitere Staffel geplant, meldet der Sender. Mit dem sympathischen Iren? Das ist nicht bekannt. Das wäre ein Jackpot, gehört «Sing meinen Song» doch zu den beliebtesten und erfolgreichsten Musiksendungen in der deutschsprachigen Fernsehwelt. Das Format gibt es, in wechselnder Konstellation, seit 2014. Nicht schlecht, im schnelllebigen TV-Zeitalter, indem ein neues Format schon nach einem Quotentief aus dem Programm fliegt. Bei «The Voice of Germany» war er auch schon mehrmals im Juroren-Sessel. Bei «Sing meinen Song» hat Garvey auf jeden Fall Gefallen daran gefunden, diverse Genres auszuloten, damit zu spielen. Aber es gibt auch Grenzen: «Ja, es gibt ein paar Ecken im Jazz oder Dark Metal, die mich nicht ansprechen. Ohne Melodie bin ich etwas verloren. Jazz ist eine wunderbare Art von Musik, es ist kein Wettbewerb.»
Bald Schweizer«The Voice» mit Garvey?
Apropos Wettbewerbe, nach «Sing meinen Song», könnte er sich vorstellen, wieder bei «The Voice of Germany» auf dem Jurorensessel Platz zu nehmen? Oder ist die Zeit von Castingshows vorbei? «Nein, ‹The Voice› sei keine Show, sondern ehereine Erfahrung. Die Talente müssen brennen für das was sie tun, so wie Max Giesinger.» Die Sendung sei eine gute Plattform, aber kein Garant für Erfolg: «Was du daraus machst, das liegt bei dir. Der Durchbruch wird dir nicht geliefert, du musst aufstehen und dir das holen.»
«Was du daraus machst, das liegt bei dir. Der Durchbruch wird dir nicht geliefert, du musst aufstehen und dir das holen.»
Generell steht er solchen Formaten kritisch gegenüber, oft seien diese ein Missbrauch der Musik und der Menschen. «The Voice» sei eine faire Alternative. Eine, die er gerne in die Schweiz bringen würde. «Ich bin ein grosser Schweiz-Fan. Hier ist alles so wunderschön. Wenn du durch die Schweiz fährst, siehst du die Macht der Natur. Und die Schweizer machen das nicht kaputt. Ihr lebt in der Natur und schätzt die Natur.»
Reiseziel: Das persönliche Glück
Vielleicht kann er schon bald erste Talente suchen, wenn er am2. Oktober live in der Halle 622 in Zürich-Oerlikon spielt? Wer weiss. Bis dahin geniesst er das Glücksgefühl, mit «Neon» sein Bestes gegeben zu haben: «Ich fühle mich momentan ganz oben auf der Welle. Manchmal dauert es zwei oder drei Jahre, bis man wieder so weit ist. Dazwischen weint und schwitzt man, ist es kaum auszuhalten», erzählt Garvey in seinem charmant deutsch-irischen Kauderwelsch und spielt derweil an seinem Ehering. Garvey ist verheiratet, Vater einer Tochter und mit sieben Schwestern aufgewachsen.