Ursprünglich bekannt geworden als Teil eines rappenden Frauen-Duos, ist Rapperin Juju mittlerweile solo unterwegs und erreicht durch erfolgreiche Kollaborationen immer größere Bekanntheit. 2019 gelang ihr mit der Hip-Hop-Ballade „Vermissen“ der große Durchbruch.
Judith Wessendorf wird im November 1992 in Berlin geboren. Der Vater ist Marokkaner, die Mutter Deutsche. Ihre Kindheit verbringt Juju bei ihrer Mutter, die mit ihr in den als Problembezirk geltenden Berliner Stadtteil Neukölln zieht. In der vierten Klasse hört das junge Mädchen deutschen Rap von Bushido, Kool Savas und Sido.
Im Alter von 12 Jahren schließt sie sich einer Mädchengang an, die sich überwiegend auf Spielplätzen herumtreibt. Sie besucht das Gymnasium, lässt sich von den Lehrern allerdings nichts sagen. Bereits in der neunten Klasse verlässt sie die Schule und zieht von zu Hause aus. Ihr Interesse gilt der Musik: Mit 14 beginnt Juju selbst die ersten Texte zu rappen, was ihr im Freundeskreis und auf der Plattform MySpace viel Anerkennung bringt.
In einem Spiegel-Interview bezeichnet die Künstlerin diese Phase später als eine Zeit, die „mit viel Ausrasten und Gewalt“ einhergeht. Geprägt von den harten Texten der Berliner Deutschrap-Szene und dem dort herrschenden Machismo, ist sie seinerzeit die einzige in ihrem Umfeld, die selbst zum Mikro greift.
Erste Erfolge als Teil des Rap-Duos SXTN
2010 lernt Juju die Rapperin Nura kennen, mit der sie sich im Jahr 2014 zum weiblichen Rap-Duo SXTN zusammentut. Die beiden Frauen stehen ihren männlichen Rap-Kollegen mit ihren krawalligen, derben Texten in nichts nach. Mit ihren provokanten bis hin zu vulgären Inhalten halten sie der von Härte, Testosteron und vermeintlicher Männlichkeit geprägten Szene einen Spiegel vor. Dadurch erhalten die beiden Rapperinnen nicht nur viel Ansehen, sondern auch zahlreiche Klicks auf Video- und Musikplattformen.
Besonders bekannt sind Songs wie „Von Party zu Party“ und „Bongzimmer“. Trotz des Erfolgs trennt sich das Duo im Jahr 2018 im Guten. Rapperin Juju macht solo weiter und veröffentlicht 2019 ihr erstes eigenes Album.
Solo-Künstlerin mit erfolgreichen Kollaborationen
Noch während Juju Teil von SXTN ist, bringt sie einen Song mit Ali As heraus. Aus der Zusammenarbeit mit Rap-Überflieger Capital Bra entsteht der Song „Melodien“, der bereits eine Woche nach Veröffentlichung über sieben Millionen Klicks auf YouTube verzeichnet und auf Platz 1 der Charts landet – in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Solche Kooperationen mit anderen Größen der Szene sind dann auch auf ihrem ersten Solo-Album „Bling Bling“ zu hören.
Mit der Single „Vermissen“, die in Zusammenarbeit mit Henning May, Frontmann der Band AnnenMayKantereit, entsteht, stürmt Juju erneut die Spitze der Charts. Mit mehr als 400.000 verkauften Exemplaren erreicht der Song Platin-Status. Das Video zur Single wird mehr als 70 Millionen Mal aufgerufen.
Juju wird im November 2019 zum „Best German Act“ bei den MTV Europe Music Awards gewählt. Im gleichen Jahr gewinnt sie gleich zwei 1 Live Kronen für die beste Single und als beste Künstlerin. Im selben Jahr startet die erste Solo-Tour der Rapperin. Im Jahr 2020 erobert Juju mit der Single „Kein Wort“ erneut die Charts – wieder eine Kollaboration, diesmal mit der Schweizer Rapperin Loredana.
Live-Auftritte versprechen Rap der Extraklasse
Ob bei ihren eigenen Shows oder Auftritten mit dem Duo SXTN: Juju hat bereits reichlich Bühnenerfahrung gesammelt, unter anderem auch auf zahlreichen Festivals, und weiß das Publikum in Stimmung zu bringen. Tickets für Juju sind unter Fans deshalb heiß begehrt.
Wer eine Show von Juju besucht, darf sich auf derbe Raps und ihre lockere „Berliner Schnauze“ freuen. Die Rapperin nutzt eine klare Sprache zu coolen Beats, sie bleibt meinungsstark und unangepasst. Für einige Kritiker ist es immer noch schwer zu fassen, dass auch Frauen in der männlich geprägten, derben Rap-Szene deutliche Worte finden und damit großen Erfolg verzeichnen.