ROCK-OUT lieben es klar, verständlich und sauber auf den Punkt. Logisch, nennen sie ihr neues Album «Let’s Call It Rock’n’Roll» - und logisch, klingt ihr Sound genau so!
Es ist ja schon legendär, das ROCK-OUT sich für ihren Durchbruch in der Szene nicht selber bewerben mussten. Nein, es waren die Veranstalter des Icerock Festival in Wasen, BE, welche die Band damals, im Jahr 2018, anfragten, ob sie nicht am legendären Icerock Festival in Wasen spielen möchte. Ja, richtig gelesen: die vier Buben wurden vom Veranstalter angefragt. Nicht umgekehrt.
Dass die vier blutjungen Milchgesichter von der Crew vor Ort zuerst nicht ganz für voll genommen wurden – Stagemanager Phippu Bluedög Gerber begrüsste sie mit den Worten «was wollt ihr denn hier?» - ist ebenfalls verbrieft. Nur: Auch wenn die vier Jungspunde aus der Region Sumiswald bis zu ihrem ersten Auftritt am Icerock viel liebevollen Support brauchten – als es losging mit der Show, lieferten sie mächtig ab. So wie seither auf einer stattliche Anzahl Gigs im In- und Ausland, zwei Alben – und mit auf bombastischen Auftritte im Landes-TV-Sender SRF.
Höchste Zeit also, für einen neuen Longplayer der vier Schulfreunde Severin (26, Git), Luca (26, Bass), David (22, Drum) und Flo (26, Vox, Git). Dass dieses Album der neuen Rock-Urgewalt aus dem Emmental schlicht «Let’s Call It Rock’n’Roll» heisst, ist eigentlich nur logisch. Denn ROCK-OUT stehen für alles, was guten, alten, klassischen Hardrock ausmacht – nur nicht für Schnickschnack, Ballast oder unnötigen Schnörkel. Es sei jeder Hörerin und jedem Hörer selber überlassen, in der langen Geschichte des Rock Assoziationen zu finden. Dass sie unabstreitbar zu erkennen sind, darf im Fall von ROCK-OUT durchaus als Kompliment gewertet werden. Denn sie sind selten geworden, die Bands, welche die Kraft, die Spielfreude und die rohe Energie dieses Sounds noch pflegen können. Darum ist die Zeit reif für ein ROCK-OUT-Album, das weltweit veröffentlicht wird.
Natürlich gehört mit «Tears In The Rain» eine Ballade auf das 10 Tracks starke Album, oder eine Power-Ballade, wie sie heute selten geworden sind. Ansonsten geht es auf «Let’s Call It Rock’n’Roll» voll auf die 12, gnadenlos drauf los, ungestüm voran – und da alles getragen von einer Stimme mit Kraft und Charakter, die man nicht alle Tage findet. Sei es im Titelsong, sei es im Americana-angehauchten «American Way» oder allen voran in echten Bangern wie «Dynamite» oder «HC RnR Sexmachine». Ein Track übrigens – das muss hier gesagt sein – nicht im geringsten mit Sexismus zu tun hat. Sondern vielmehr mit Milchbubis, die einer echten Frau ganz einfach nicht gewachsen sind. Und als ob sie geahnt hätten, dass nicht alle solchen Beteuerungen Glauben schenken, haben ROCK-OUT mit «Don’t Call Me Honey» gleich noch einen für starke Frauen oben drauf gepackt. Aber letztlich geht es auf «Let’s Call It Rock’n’Roll» vor allem um eines: das volle Leben, das mit Songs wie «Pump It Up» oder «I Wanna Life» gefeiert wird.
Womit wir beim Aspekt «Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Spielfreude» wären, der in jedem Ton «Let’s Call It Rock’n’Roll» unüberhörbar mitschwingt. Ja: Hier leben und brennen vier Jungs für gute Musik, ohne sich selber allzu ernst zu nehmen. Ernst nehmen sie einzig das mit der Musik und das mit dem Vorwärtskommen.
Kurz: long live Rock’n’Roll, lang lebe ROCK-OUT!