The Tiger Lillies sind eine in London beheimatete Musikgruppe. Die dreiköpfige Gruppe wurde 1989 gegründet und pflegt einen schrägen, komödiantisch-tragischen Stil. Bezeichnend sind der Falsettgesang von Martyn Jacques, den er selber mit dem Akkordeon begleitet, und die originellen Kostüme sowie die geschminkten Gesichter der Bandmitglieder.
Konzept und Stil
Die Gruppe hat eine Reihe konzeptartiger Platten veröffentlicht, teilweise unter Bezugnahme auf literarische Vorbilder (Bsp: Struwwelpeter - Shockheaded Peter, The Matchgirl - Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von H.C. Andersen usw.). Ein anderer Teil ihrer Aufnahmen behandeln musikalisch ein Thema (Bsp: Circus Songs - Zirkusleben, Love and War - Politik und Krieg). Inhaltlich geht es oft um Prostitution, das Leben des einfachen Mannes, Mord, perverse sexuelle Phantasien, Schmutz usw. Dabei lässt sich eine gewisse distanzierte ironische Note schwer verheimlichen (Hörbeispiel: "Terrible" aus The Brothel to the Cemetery). Vor allem in den Texten wird oft mit Provokationen gespielt. Stilistisch fällt eine Einordnung der Gruppe schwer, oft wird die Musik als Brecht'sches Zigeuner-Kabarett bezeichnet.
Kurz vor seinem Tod im Jahre 2000 überließ Edward Gorey Martyn Jacques unveröffentlichte Schriften und Textfragmente mit einem persönlichem Brief in dem er sich als großer Wertschätzer der Werke der Tiger Lillies bekannte. Er bat Martyn Jacques als letzten Wunsch, seine Werke zu vertonen. Die Band zeigte sich geehrt und produzierte zusammen mit dem Kronos Quartet das Album The Gorey End, für welches die beiden Bands 2003 für einen Grammy-Award nominiert wurden.
2011 trat die Gruppe im Rahmen der Proteste in auf dem Syntagma-Platz in Athen auf.
Anfang 2011 wurde die Band von den Direktoren des MuseumsQuartier in Wien kontaktiert und gefragt, ob sie Interesse an einer Mitarbeit für ein Musical über Georg Büchners Woyzeck hätten. Die Band willigte ein und so wurde das Theaterstück musikalisch aufbearbeitet. Die Band spielte von 24. September - 15. Oktober 2011 an der Seite von Ben Becker, Joachim Bißmeier und Ruth Brauer-Kvam. Die Band symbolisierte mit ihrer Musik die gequälten und verwirrten Gedanken des Woyzeck und spielte während des einzelnen Stücks 13 Lieder. Ein Soundtrack wurde ebenfalls veröffentlicht.
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