Musik

Matt Johnson von The The: «Musik muss mich zu Tränen rühren»

06.06.2025 von Christoph Soltmannowski

Nach 25 Jahren Pause ist The The zurück. Unter anderem mit ihrem Megahit «This Is The Day» trug die Londoner Kultband zum Soundtrack der Achtzigerjahre bei. Mit «Ensoulment» liefert Frontmann Matt Johnson (63) sein erstes Studioalbum seit 1999 ab. Wir sprachen mit dem Post-Punk-Veteran über sein Comeback, KI und warum er keine Stadien füllen will. Am 29. Juni spielt The The – nach Jahrzehnten – endlich wieder in Zürich, im X-tra.

Matt, 25 Jahre ohne neues Album. Warum jetzt das Comeback?

Ich war nie weg. Ich habe Filmmusik gemacht, Bücher geschrieben, bin gereist.
 2018 kam dann die «Comeback Special»-Tour. Die Reaktionen waren überwältigend. Da dachte ich: Zeit für neue Songs.

Das neue Album «Ensoulment» klingt sehr düster. Geht es ums Sterben?

Nicht nur. Es geht um das Leben im 21. Jahrhundert. Um KI, Politik, Krieg. Wie Nina Simone sagte: Jeder Künstler muss seine Zeit spiegeln. Heute ist es die Isolation im digitalen Zeitalter.

Was macht einen guten Song aus?

Die Musik muss mich emotional bewegen. Ich muss Gänsehaut bekommen. Wenn mich ein Song nicht berührt, wird er niemanden berühren. Das gilt, seit ich 15 bin.

Depeche Mode und The Cure füllen Stadien. The The spielt in kleineren Hallen.

Sie haben härter gearbeitet. Mehr getourt, waren produktiver. Das hat sich ausgezahlt. Aber extreme Berühmtheit zerstört das Leben. Was nützt Erfolg, wenn man nicht mehr frei herumlaufen kann?

Wer kommt an deine Konzerte?

Das sind meistens Leute zwischen 15 und 25. Nein, ich scherze: Das Publikum ist natürlich mehrheitlich in meinem Alter.

Fühlst du neue Energie?

Ja. Es macht wieder Spass. Die Band von «Ensoulment» ist dieselbe wie bei der Comeback-Tour. Viel Lachen, viel Kreativität. Besser als in meinen Zwanzigern.

Was verbindet dich mit der Schweiz?

Ich habe zwei gute Freunde in Zürich – Dieter Meier und Boris Blank von Yello.

 

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