Asia ist eine englische Rockband, die sich 1981 unter anderem aus Mitgliedern der Gruppen Yes, Emerson, Lake and Palmer, King Crimson, The Buggles und UK gebildet hat.
Stil
Das gesamte Werk der Band Asia bewegt sich im Rahmen der Rockmusik. Anklänge an Pop und Hardrock sind zwar vorhanden, bleiben aber selten. Die stilistische Entwicklung ist allerdings durch eine allmähliche Veränderung auf den ersten drei Alben, sowie einen Bruch zwischen Astra (1985) und Aqua (1992) geprägt.
Das erste Asia-Album war, bedingt durch die Strategie Geffens, stark am amerikanischen Mainstream-Rock-Markt orientiert. Vor allem Wetton, Downes und Stone, die diese Linie unterstützten, richteten ihr Augenmerk auf eingängige, radiotaugliche Melodien. Howes Beiträge dagegen waren noch stärker am Progressive Rock der 1970er Jahre orientiert (vgl. Here comes the Feeling, das strukturell nur wenig mit dem Pop/Rock der Zeit zu tun hat). Asia spielten auf ihren ersten drei Alben so genannten Stadionrock, der unter der Genrebezeichnung "Adult-oriented Rock" (AOR) im Amerika der 1980er Jahre sehr erfolgreich wurde. Auffallend ist dabei das große Pathos einiger Melodieerfindungen, das vor allem auf John Wetton zurückgeht (Without you, My Own Time (I'll Do What I Want), Go, Voice Of America, Rock 'n' Roll Dream, After The War) und ähnlichen Stücken der Gruppe Queen vergleichbar ist. Stark verzerrte Gitarrenklänge, aggressives Schlagzeugspiel und andere am Hardrock oder Heavy Metal ausgerichtete Stilelemente fehlen. Die Gitarrensounds sind klar und die vielfältigen Keyboardklänge Downes' dominieren.
Die Songs des ersten Albums waren dabei noch am stärksten vom Progressive Rock der 1970er Jahre geprägt. Einige seiner Stilelemente sind hier zu hören, etwa ungerade Takte, rhythmische Ambiguität, zahlreiche Rhythmuswechsel in kurzer Zeit, spieltechnische Virtuosität und eine ungewöhnliche Vielfalt an (v. a. Gitarren- und Keyboard-)Sounds (vgl. Asia). Im Vergleich zu späteren Alben der Band ohne Howe fallen vor allem die vielfach gesetzten ornamentalen Akzente des Gitarristen auf, die er meist zwischen die Verse Wettons platziert.
Diese Stilelemente traten auf Alpha (1983) und Astra (1985) nach und nach zurück. Es wurde spekuliert, ob das und die damit einhergehende Entindividualisierung der Musik Asias der Grund für das stetige Schwinden des Erfolgs der Band war, das ist aber nicht zu belegen. Erhalten blieben jedoch die pathetischen Melodiebögen. Der Gesamtklang der Band entwickelte sich immer stärker hin zu einer Geschlossenheit, die differenzierte Arrangements wie auf dem Debütalbum nach und nach zurücktreten ließ.
Die Asia-Alben der Downes-Payne-Ära klingen im Vergleich dazu sehr anders. Auch wenn Downes Wert darauf legte, mit Steve Howe und Carl Palmer auf Aqua (1992) die Kontinuität zur ersten Bandphase zu betonen, fiel das Fehlen Wettons als Songwriter deutlich ins Gewicht. Die nun vorwiegend von Downes und Payne geschriebenen Stücke gingen stärker in die Richtung eines Mainstream-Hardrock amerikanischer Prägung. Erstmals waren bei Asia Blues und Rhythm and Blues-Elemente zu hören, wenn auch nur verhalten. An Wetton erinnerndes Pathos war nur noch selten zu hören (etwa auf Anytime von Aria, 1994). Die zahlreichen Umbesetzungen drückten sich im Gesamtsound der Band kaum aus, das war bedingt durch die Dominanz Downes' und Paynes, die Asia zunehmend als Duo-Projekt ansahen. Die zahlreichen Gastmusiker spielten meist vorher notierte Parts, die ihren individuellen Stil kaum zum Tragen kommen ließen (vgl. a. v. Aura).
Mit der Wiedervereinigung der Originalbesetzung im Jahr 2006 war ein neuer stilistischer Umbruch zu erwarten. Die Songs auf Phoenix lassen jedoch die melancholischen ebenso wie die pathetischen Melodien der klassischen Asia-Stücke vermissen. Das Reunion-Album enthält anstelle von Bombastrock und Powerballaden eher ruhige Midtemposongs ohne übermäßiges Pathos. Nach dem Tod Mike Stones haben sich Asia auf Phoenix zudem selbst produziert. Die Wall-of-Sound-Produktion Stones wurde dabei nicht wieder aufgegriffen. Damit fehlen die massiv vervielfältigten Gesangslinien ebenso wie der starke Hall der Keyboard- und Schlagzeugsounds. Der Klang der Band ist deutlich näher an den Alben der 1990 Jahre als an dem der klassischen Asia-Alben.
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