Best Piano-Trios in Jazz
Fred Hersch Allstar Trio
Als »eines der bedeutendsten Ensembles unserer Zeit« bezeichnet die Washington Post das Trio um den New Yorker Jazzpianisten Fred Hersch (am Bass Thomas Morgan, Schlagzeug Joey Baron). Hersch, geboren 1955, arbeitete bereits mit vielen Jazzgrößen zusammen und wird für sein lyrisches Spiel gefeiert. Er nahm Dutzende bemerkenswerte Alben auf, erhielt unzählige Auszeichnungen – und ist darüber hinaus ein äußerst geschätzter Lehrer, der Stars wie Brad Mehldau oder Jason Moran unterrichtet hat.
In den 60er Jahren fuhr der Songwriter Jimmy Webb im Auto durchs amerikanische Niemandsland. Sonnenuntergang, eine endlose Reihe an Telefonmasten – und plötzlich erkannte Webb in der Ferne an einem Mast oben eine Silhouette: Ein Techniker bei der Arbeit. Er prägte sich das Bild ein und schrieb einen Song über den Leitungstechniker aus der Stadt Wichita. »Wichita Lineman«, aufgenommen vom Countrysänger Glenn Campbell, wurde zum weltweiten Erfolg und anschließend unzählige Male gecovert. Wenn Fred Hersch den Song spielt, ist die Geschichte des einsamen Technikers oben am Mast stets präsent, auch wenn der Text nicht gesungen wird. »Ich höre die Wörter im Kopf, wenn ich spiele«, sagt Hersch, »es beeinflusst meine Musik. Wenn ich junge Musiker unterrichte, sage ich ihnen immer: Lernt den Text. Es sind nicht bloß Wörter, es ist ein Song.«
Nachdem Fred Hersch bereits im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel begonnen hatte, besucht er als junger Mann bis zu seinem Abschluss 1977 das New England Conservatory in Boston. Anschließend lebte er in New York, wo er innerhalb kurzer Zeit zu einem gefragten Pianisten avancierte. Hersch trat zu dieser Zeit als Begleitmusiker bei Bandprojekten von Stan Getz, Joe Henderson, Jane Ira Bloom, Toots Thielemans, Gary Burton, Art Farmer oder Charlie Haden in Erscheinung. Bald erregte Hersch auch durch seine eigenen Kompositionen, Bandprojekte und insbesondere mit seinen Soloprogrammen internationale Aufmerksamkeit, wie seine Alben mit Monk- oder Rodgers-und-Hammerstein-Interpretationen 1996/97. Bislang ist Fred Hersch bei über 25 Alben als Solokünstler oder Bandleader sowie bei über hundert Alben als Begleit- oder Gastmusiker beteiligt gewesen. Als erstem Musiker wurde ihm die Ehre zuteil, in dem bekannten New Yorker Jazzclub Village Vanguard eine Woche mit seinem Solo-Pianoprogramm aufzutreten. Zu hören ist er u. a. auch auf John Héberts Album Sounds of Love (2022) und Nadje Noordhuis’ Full Circle (2022).Hersch ist bekannt für narrative melodische Improvisation im Jazz.[1] Verschiedene Projekte mit Musikern aus dem Bereich der Klassik – zu nennen sind der Konzertpianist Jeffrey Kahane oder die Geigerin Nadja Salerno-Sonnenberg – oder Soloprogrammen zusammen mit verschiedenen Orchestern zeugen von der Vielseitigkeit des Pianisten Hersch.
MIKE STERN/LENI STERN BAND
«Einer der einflussreichsten Jazz-Fusion-Gitarristen seiner Generation.» (DownBeat)
Über vier Jahrzehnte hinweg hat sich Mike Stern als eine der zentralen Figuren der Jazz-Fusion etabliert. Seine Karriere umfasst mehr als ein Dutzend eigenständiger Alben, zahlreiche internationale Tourneen und mehrere Grammy-Nominierungen. Schon früh wurde er Teil jener musikalischen Bewegung, die Jazz für neue Einflüsse öffnete, ohne seine Tiefe preiszugeben. Prägend waren dabei Zusammenarbeiten mit Persönlichkeiten wie Miles Davis, Jaco Pastorius oder Billy Cobham – Erfahrungen, die seine musikalische Haltung nachhaltig formten.Sterns Spiel ist unverwechselbar: kraftvoll und direkt, zugleich harmonisch vielschichtig und tief im Blues verwurzelt. Rock-Energie, Jazz-Harmonik, Soul-Feeling und improvisatorische Freiheit verschmelzen zu einer Sprache, die sofort erkennbar ist. Einflüsse von Jimi Hendrix, Wes Montgomery, Jim Hall oder Albert King sind spürbar, aber nie zitathaft – sie fliessen in eine persönliche Klangwelt ein, die über Jahrzehnte gewachsen ist.
Die aktuelle Band bringt diese Offenheit in konzentrierter Form auf die Bühne. Die Rhythmussektion aus E-Bass und Schlagzeug sorgt für ein elastisches, druckvolles Fundament, das sowohl treibende Fusion-Grooves als auch ruhige, atmende Passagen trägt. Darüber entfalten sich Saxophonlinien, Gitarrenfarben und afrikanisch inspirierte Klänge, die das musikalische Spektrum erweitern, ohne den Fokus zu verlieren. Live entsteht so eine weite musikalische Reise: von energiegeladenen Rock- und Fusion-Kompositionen über funkige Improvisationsräume bis hin zu lyrischen Balladen. Charakteristisch ist dabei das permanente Zusammenspiel – ein offener Dialog, in dem jede Stimme zählt. Die Musik sucht nicht den Effekt, sondern die Notwendigkeit jeder einzelnen Note. Genau darin liegt ihre Stärke: Erfahrung wird nicht ausgestellt, sondern gelebt.
Line-up:
Mike Stern – E-Gitarre
Leni Stern – E-Gitarre, N’goni, Gesang
Bob Franceschini – Saxophon
Gary Grainger – E-Bass
Dennis Chambers – Schlagzeug
KURT ROSENWINKEL ALLSTAR QUINTET «The Remedy 2026»
Kurt Peter Rosenwinkel (* 28. Oktober 1970 in Philadelphia, Pennsylvania) ist einer der ganz grossen Gitarristen der heutigen Zeit. Kurt Rosenwinkel, der in einer musikalischen Familie aufwuchs, erhielt ab dem Alter von neun Jahren Klavierunterricht. Im Alter von zwölf Jahren wechselte er zur Jazzgitarre; auf der Philadelphia High School for the Creative and Performing Arts gehörten Christian McBride, Joey DeFrancesco und Questlove zu seinen Klassenkameraden. Nach einem Studium an der Berklee School of Music war er 1992 mit Gary Burton auf Tour. Anschließend zog er nach New York City, wo er mit Paul Motians Electric Bebop Band (ab 1992), Joe Henderson, der Brian Blade Fellowship, Tim Hagans, Seamus Blake, Perico Sambeat oder Jochen Rückertspielte.[3] In seiner eigenen Gruppe spielen Musiker wie Mark Turner, Brad Mehldau oder Joshua Redman. 2013 spielte er ein Solokonzert auf dem Montreux Jazz Festival; auch trat er mit Eric Clapton und mit der hr-Bigband auf. Eine mehrjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem portugiesischen Orquestra Jazz de Matosinhos.
Am 4. Juni 2019 holte Eric Clapton Rosenwinkel als Gast auf die Bühne der Mercedes-Benz-Arena in Berlin, um mit ihm gemeinsam die Songs Cocaine und Before You Accuse Me zu interpretieren. Zu hören ist er u. a. auch auf Joe Farnsworths In What Direction Are You Headed? (2023).
Rosenwinkel , der zuletzt mit dem Chopin Projekt in Basel zu hören war (J.P. Brodbeck), kommt jetzt mit seiner super besetzten Band nach Basel.
Line up:
Kurt Rosenwinkel (Guitar)
Mark Turner (Sax)
Jeff Tain Watts (Drums)
Aaron Goldberg (Keys)
Joe Martin (Bass)