Johnny Winter
Einer der einflussreichsten Blues-Gitarristen unserer Zeit kann heute auf eine bewegte
Karriere zurückblicken. Johnny Winter spielte beim legendären Woodstock Festival und
produzierte unter anderem Muddy Waters. Der Amerikaner veröffentlichte in über 40
Jahren dutzende von Studioalben und aufsehenerregende Live-Platten. Winter war über
Jahrzehnte der einzige von schwarzen Bluesmusikern anerkannte Weisse. Und es ist
einer der wenigen noch lebenden Legenden dieses Genres. Die Sparte Texas-Blues
würde es ohne diesen Musiker vielleicht gar nicht geben. Sein Stil prägte Künstler wie
Stevie Ray Vaughan, Rory Gallagher, Walter Trout, Michael Katon, Popa Chubby oder
Kenny Wayne Shepherd - sie alle gehör(t)en zum Typus des Bluesrock-Musikers, dessen
Spielweise in seiner Tradition steht. Derzeit ist Johnny Winter – nach schwerer Krankheit
- wieder in guter Verfassung, und auch bei seinen Konzerten glänzt er durch seine
Spielweise auf höchstem Niveau. Sein letztes Album "I’m A Bluesman“ brachte ihm sogar
eine Grammy-Nominierung ein und erreichte den Status der bestverkauften Blues-
Produktion des Jahres. Es wäre untertrieben zu sagen, Winter feiere sein Comeback – er
war nie von der Bildfläche verschwunden und ist heute sogar besser als je zuvor.
Johnny Winter und sein Woodstock-Auftritt
Obwohl der Auftritt im August 1969 beim Woodstock-Festival gefilmt wurde, erschien er
nicht im Film, da sein Manager sich mit der Filmcrew zerstritten hatte. Die Crew war
anschliessend der Meinung, dass der Auftritt "zu merkwürdig" gewesen war. Nachdem
Johnny Winter bis 1973 massive Drogenprobleme hatte, kehrte er mit „Still Alive and
Well“ (unter Mitwirkung des Flötisten Jeremy Steig) zurück. In einem anderen Bereich
beteiligte er sich 1977, als er „Hard Again“ von Muddy Waters produzierte. Die
Partnerschaft der beiden förderte einige Alben zutage, die Grammys gewannen. Im
selben Jahr nahm er auch „Nothing but the Blues“ zusammen mit Mitgliedern von Waters'
Band auf.
1988 folgte die Aufnahme in die „Blues Hall of Fame“.