Im Rennen um den Titel „bedeutendster Rapper der Gegenwart“ ist Kendrick Lamar mehr als ein heisser Anwärter. Verkaufszahlen im dreistelligen Millionenbereich, millionenfache Streams pro Monat, eine beeindruckende Grammy-Sammlung sowie ein Pulitzerpreis für das Album „DAMN“ belegen dies eindrucksvoll. Seit seinem Debütalbum „Section.80“ klettert der „HUMBLE“-Rapper unermüdlich weiter die Erfolgsleiter hinauf. Unter seinen Wegbegleitern finden sich Grössen wie Dr. Dre, Snoop Dogg, Drake, Rihanna, SZA, The Weeknd und U2. Und zu seinen Fans zählt der ehemalige US-Präsident Barack Obama. Fans, Kritiker und Grössen des Musikbusiness – alle lieben Kendrick Lamar, und das aus gutem Grund.
Geboren 1987, wächst Kendrick Lamar im für Bandenkriminalität berüchtigten Compton, einem Stadtteil von Los Angeles, auf. Statt sich einer Gang anzuschliessen, versucht sich der Youngster lieber als Rapper namens K. Dot. Bereits das erste Mixtape „Youngest Head Nigga in Charge“ zeigt, dass das eine ausgezeichnete Idee war. In den folgenden Jahren legt Kendrick Lamar weitere Mixtapes vor und ist als Teil des Hip-Hop-Kollektivs Black Hippy mit Ab-Soul, Schoolboy Q und Jay Rock aktiv. Wieder als Solokünstler unterwegs, erscheint 2011 das Debütalbum „Section.80“ über Top Dawg Entertainment auf iTunes. Und von da an führt Lamars Weg steil nach oben. Auf dem zweiten Album, dem ersten überall erhältlichen, „Good Kid, M.A.A.D. City“ gastieren Dr. Dre und Drake, auf einem Bonustrack zudem Mary J. Blige. Umgekehrt reissen sich Musiker-Kolleginnen und -Kollegen förmlich darum, mit dem umjubelten Newcomer zu arbeiten. Das Album erreicht #2 der US-Charts und wird mehrfach mit Platin veredelt. Und dennoch ist das immer noch erst der Anfang.
„DAMN“, dieser Kendrick Lamar!
Irgendwie gelingt es dem Überflieger mit jedem neuen Release noch einen drauf zu setzen. „To Pimp a Butterfly“ wird von Kritikern hochgelobt und heimst unter anderem den Grammy für das Rap-Album des Jahres ein. Doch auch damit hat Kendrick Lamar noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „DAMN“ ist noch erfolgreicher als sein Vorgänger und landet hierzulande auf Platz #6 der Albumcharts. In den USA erhält nahezu jeder Track des Werks eine goldene Schallplatte. Und als erstes Rap-Album überhaupt heimst „DAMN“ einen Pulitzer-Preis ein. Die Kreativität des Kendrick Lamar scheint keine Grenzen zu kennen. Knapp ein Jahr nach dem vierten Longplayer erscheint der Soundtrack zum Marvel-Film „Black Panther“, für den sich Lamar in grossen Teilen verantwortlich zeichnet. So übernahm er die Produktion und steuerte unter anderem die Tracks „All the Stars“ mit SZA, „Pray for Me“ mit The Weeknd und „Big Shot“ mit Travis Scott bei.
Nach fünf Jahren Wartezeit dürfen sich die Fans im Mai 2022 endlich über ein neues Kendrick-Lamar-Album freuen. „Mr. Morale & The Big Steppers“ kommt als Doppelalbum daher und wartet mit Gästen wie Summer Walker, Ghostface Killah und Beth Gibbons von Portishead auf. Schon das Cover weist darauf hin, dass Kendrick Lamar wieder einmal ein unvergleichlich tiefgründiges Rap-Album abgeliefert hat, wie nur er es vermag. Und es stellt einmal mehr klar: Kendrick Lamar ist einer der grössten Künstler seiner Generation.