Leona Louise Lewis (* 3. April 1985 in Islington, London) ist eine britische Sängerin und Songwriterin. Bekannt wurde sie Ende 2006 mit dem Gewinn der dritten Staffel der Castingshow The X Factor, die zwischen August und Dezember 2006 vom britischen Fernsehsender ITV ausgestrahlt wurde. Ein Jahr später gelangen ihr sowohl mit dem Titel Bleeding Love als auch mit ihrem Debütalbum Spirit internationale Nummer-eins-Hits. Ihr drittes Studioalbum Glassheart erschien am 12. Oktober.
Leben
Leona Lewis wurde als zweites von drei Kindern des Ehepaares Joe und Maria Lewis geboren und wuchs in Hackney im Norden von London auf. Ihr Vater stammt aus der Karibik, ihre Mutter aus Wales.
Im Alter von zwölf Jahren schrieb Leona Lewis ihr erstes Lied, mit 13 Jahren gewann sie den Lady-D-Nachwuchswettbewerb im Hackney Empire. Zur Entfaltung ihres Talents besuchte sie die Sylvia Young Theatre School und die London School for Performing Arts & Technology. Bereits vor ihrer Teilnahme an The X Factor nahm sie unter dem Titel Twilight ein erstes Album auf, das bis heute jedoch nie veröffentlicht wurde.
Von 2010 bis 2012 war sie mit dem deutschen Tänzer Dennis Jauch liiert.
Karriere
2006-2009: Karriereanfang und Internationaler Durchbruch
Im Sommer 2006 nahm sie an einem Vorsingen für die dritte Staffel der Castingshow The X Factor teil. Unterstützt von ihrem Mentor Simon Cowell kämpfte sie sich ab dem 19. August 2006 durch zahlreiche Qualifikationsrunden. Schließlich setzte sie sich in der Finalshow am 16. Dezember 2006 gegen ihren Konkurrenten Raymond Quinn durch und erhielt einen mit einer Million Britischen Pfund dotierten Plattenvertrag bei Sony BMG. Von den über acht Millionen abgegebenen Stimmen entfielen 60 Prozent auf Leona Lewis.
Vier Tage nach dem Finale erschien im Vereinigten Königreich ihre Debütsingle A Moment Like This, die bereits vor Ausstrahlung des Finales eine Million Vorbestellungen erreichte. Nach der Bereitstellung zum Download einen Tag nach dem Finale wurde die Single binnen 30 Minuten 50.000 Mal heruntergeladen.
Im Laufe des Jahres 2007 nahm Leona Lewis Lieder für ihr Debütalbum u.a. in New York und Los Angeles auf. Dabei entstand auch der Hit Bleeding Love, geschrieben von Jesse McCartney und Ryan Tedder, dem Sänger von OneRepublic. Dieser wurde als zweite Single in Großbritannien am 22. Oktober 2007 veröffentlicht und davor am 20. Oktober 2007 bei einer Live-Show der vierten Staffel von The X-Factor präsentiert. Am ersten Verkaufstag erreichte die Single mehr als 66.000 Verkäufe und bereits zum Ende der ersten Verkaufswoche stieg die Verkaufszahl in Großbritannien auf über 218.000. Damit gehört das Lied zur erfolgreichsten "Ersten Woche" einer Single im Jahr 2007. Sie erreichte Platz 1 der UK Top 40 und blieb dort 7 Wochen lang. Am 16. Dezember 2007 wurde die Single als Record of the Year 2007 ausgezeichnet.
Durch diesen Erfolg wurde das Interesse an Lewis im Ausland geweckt und bereits Anfang Dezember 2007 erste europaweite Veröffentlichungspläne bekanntgegeben. In der US-amerikanischen Zeitung Entertainment Weekly wurde Leona Lewis in der Neujahrsvorschau 8 to Watch in '08 zur "nächsten Mariah Carey" und zu „einer der interessantesten neuen Künstlerinnen 2008“ erklärt.
Die Single Bleeding Love wurde am 11. Januar 2008 in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht. Sie stieg am 25. Januar 2008 direkt auf Platz 1 in die deutschen und österreichischen Single-Charts ein, außerdem auf Platz 3 in der Schweiz. Die Single wurde in Dänemark, Schweden, Norwegen sowie Spanien, Italien und Frankreich veröffentlicht. In den Vereinigten Staaten erschien die Single gleichzeitig mit dem Album Spirit im März 2008. Bleeding Love schaffte es auch in den USA auf die Spitzenposition der Hitparade. Für die USA wurde zusätzlich ein neues Video zum Lied aufgenommen. Der Nummer-eins-Hit erreichte in den Mediatraffic-Welt-Charts eine Punktzahl von 9.154.000 Verkäufen in 38 Wochen. Das Album Spirit wurde am 25. Januar 2008 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht und erreichte auf Anhieb Platz eins in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
In Großbritannien wurde am 26. November 2008 ihr zweites Album veröffentlicht. Es handelt sich dabei um vor der Teilnahme bei The X-Factor aufgenommene Lieder. Die Rechte für die Lieder von diesem Album namens Best Kept Secret wurden weder von Sony BMG noch von Lewis' Vater erworben und waren rechtlich gesehen frei. Daraufhin wurde das Album von der Management-Agentur UEG Music allein über den Online-Musikhändler Juno Records gegen den Versuch von Sony BMG, die Veröffentlichung zu stoppen, veröffentlicht.
Am 24. August 2008 trat Lewis bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Peking gemeinsam mit Jimmy Page von Led Zeppelin auf und interpretierte eine Version deren Rock-Klassikers Whole Lotta Love.
Im Oktober 2009 erschien ihre Biografie Dreams beim Londoner Verlag Hodder & Stoughton.
Im November 2008 wurde eine Deluxe Edition ihres Debütalbum veröffentlicht. Daraus wurde die Single Forgive Me am 3. November veröffentlicht.
Nachdem der Sänger Andrea Renzullo Ende September 2010 mit Run in der RTL-Sendung Das Supertalent auftrat, stieg der Song am 8. Oktober 2010 wieder in die deutschen, österreichischen und Schweizer Charts ein. Dabei platzierte er sich auf Platz neun in Deutschland. Angetrieben von einer erneuten Darbietung des Titels in Das Supertalent, diesmal von der Sängerin Ramona Fottner interpretiert, stieg er vier Wochen später, am 5. November, sogar auf Platz drei und erreichte somit erst in der 35. Wertungswoche die höchste Chartplatzierung. In einigen deutschsprachigen Downloadportalen wie musicload.de kam der Song sogar auf Platz eins.
Zweites Studioalbum Echo
Lewis' zweites Studioalbum trägt den Titel Echo und wurde am 13. November 2009 in Deutschland und am 16. November 2009 im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Die erste Single hieß Happy und erreichte Platz zwei der britischen und österreichischen Charts, Platz drei der deutschen Charts und Platz vier der Schweizer Hitparade. Das Album erreichte wie sein Vorgänger den Spitzenplatz in den britischen Album-Charts. Am Album wirkten u.a. Ryan Tedder und Justin Timberlake mit. I Got You ist die zweite offizielle Single aus dem Album Echo und wurde Mitte März veröffentlicht.
Glassheart und Leona UK Tour
Ihr drittes Album Glassheart wurde am 12. Oktober 2012 veröffentlicht. Die erste Singleauskopplung Collide erschien bereits mehr als ein Jahr vorher am 2. September 2011. Lewis sang den Titel zum ersten Mal live in der britischen Spielshow "Red or black?". Collide war für einen Grammy in der Kategorie Best Remix 2012 nominiert, gewann den Preis aber nicht.
Am 7. Oktober 2011 wurde bekanntgegeben, dass Lewis jetzt bei RCA Records unter Vertrag steht.
Als zweite Single aus dem Album wurde im Oktober 2012 Trouble veröffentlicht. Die Scheibe erreichte in Großbritannien Platz sieben der Singlecharts.
Die dritte Singleauskopplung aus dem Album Glassheart war im November 2012 Lovebird.
Weitere Projekte
Im Juli 2009 brachte Leona Lewis ihr eigenes, gleichnamiges Parfüm auf den Markt. Aufgrund ihres Engagements im Tierschutz hat sie hierfür das deutsche Unternehmen LR Health & Beauty Systems gewählt, das für die Herstellung seiner Produkte keine Tierversuche durchführt und kürzlich eine eigene Kinderhilfsorganisation, die LR GLOBAL KIDS FUND e. V., ins Leben gerufen hat. Ein Anteil vom Erlös ihres Parfüms geht an benachteiligte Kinder.
Für den Kinofilm Avatar – Aufbruch nach Pandora sang Lewis den Song I See You ein. Zudem wurde My Hands als Titelsong für das Videospiel Final Fantasy XIII ausgewählt.
Auf Initiative Simon Cowells hat Lewis zusammen mit anderen Künstlern wie Kylie Minogue, Take That oder Elton John den Titel Everybody Hurts von R.E.M. als Benefiz-Single für die Opfer des Erdbebens in Haiti neu aufgenommen. Die Single erreichte den ersten Platz der britischen Hitparade.
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