SIRO-A, was auf japanisch so viel bedeutet wie „gehört zu keiner Gruppe, unmöglich zu charakterisieren“ – ein Name, wie er treffender kaum hätte sein können – ist eine Künstlergruppe, die im Oktober 2002 von sechs Studenten in Sendai gegründet wurde. Die Jungs vereinte der Wunsch, abseits der konventionellen Schauspiel- und Aktionskunst etwas Neues machen zu wollen, das sie kurzerhand und – durchaus selbstbewusst – als „die neue Generation des Entertainment“ definierten. Dafür griffen sie tief in die große Technik-Trickkiste und kombinierten Elektro-Beats mit visuellen Effekten, Bewegung, Licht, Tanz-Choreographien und Comedy-Elemente. Zwei Jahre später folgten die ersten öffentlichen Auftritte auf Festivals in Japan, kurze Zeit später auch im japanischen TV. Ihren bislang größten Live-Auftritt hatten SIRO-A als Repräsentanten ihrer Heimat vor 30.000 Zuschauern bei der Expo 2010 in Shanghai.
Dem für Deutschland geplanten Programm gingen fünf Jahre Vorbereitungen voraus, die jäh von dem Erdbeben, das Japan Anfang 2011 erschütterte, unterbrochen wurden. Dessen Epizentrum lag in Sendai, der Heimatstadt von SIRO-A, die durch das Beben Freunde und Equipment verloren, aber nicht ihren Mut und den festen Willen, das Beste aus der neuen Situation zu machen.
Kommen wir zur Show selbst: SIRO-A ist neu, innovativ, ziemlich abgefahren, energetisch, cool, abwechslungsreich und extrem unterhaltsam. Der Show gelingt es, elektronische Musik, deren Beat direkt in den Körper geht, visuelle Effekte – oder treffender gesagt: Illusionen – und perfekt choreographierte Bewegungsabläufe so miteinander zu verbinden, dass ein völlig neues Live-Erlebnis entsteht.
Formt sich so langsam ein Bild im Kopf? Wahrscheinlich nicht...
Noch ein Versuch: Wie sieht es mit Assoziationen bei der Formulierung „Kraftwerk auf Speed“ aus? Mehr als 40 Jahre nach der Kraftwerk-Gründung hat sich die Technik, die bei SIRO-A zum Einsatz kommt, zwar deutlich weiterentwickelt – und SIRO-A versteht es vortrefflich diesen Fortschritt zu nutzen – in ihrer Grundästhetik erinnert die Show aber durchaus an die Düsseldorfer Electronic-Pioniere.
In diesem Punkt, und nur in diesem, entspricht die SIRO A-Truppe dann auch dem Klischee des in Technik vernarrten Japaners: Was bei SIRO-A an Equipment zum Einsatz kommt ist state-of-the-art – die Art und Weise, wie es verwendet wird, geht sogar noch darüber hinaus – ohne dass die Show dabei Gefahr läuft, blutleer oder kybernetisch zu wirken.
Quelle:
www.siro-a.de