Der Auftakt der Kammermusikwoche 2026 ist ein Cello- und Klavierabend, der ausschließlich Komponistinnen gewidmet ist.
Die Cellistin Valentina Dubrovina und die Pianistin Silvia Carlin spielen Werke von Ethel Smyth, Adolphine Le Beau, und Fanny Mendelssohn. Das Programm richtet den Blick auf Komponistinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die trotz künstlerischer Begabung lange Zeit im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen und nur selten öffentliche Anerkennung fanden.
Ethel Smyth verband ihr kompositorisches Schaffen mit einem engagierten Einsatz für die Frauenrechte und entwickelte eine kraftvolle, eigenständige musikalische Sprache. Fanny Mendelssohn erhielt eine ebenso fundierte musikalische Ausbildung wie ihr Bruder Felix, konnte jedoch keine eigenständige Karriere verfolgen und veröffentlichte einen Teil ihrer Werke unter seinem Namen. Auch Adolphine Le Beau zählt zu den bedeutenden, heute wiederzuentdeckenden Stimmen ihrer Zeit – eine Komponistin von großer stilistischer Klarheit und Ausdruckstiefe, deren Musik erst allmählich ihren Platz im Konzertrepertoire zurückerobert.
Vor zehn Jahren lernten sich Valentina Dubrovina und Silvia Carlin an der Hochschule für Musik in Basel kennen. Ihre gemeinsame Leidenschaft für selten gespieltes Repertoire und musikalische Entdeckungen führte zur Gründung des REVISION Project, das sich der Wiederentdeckung vergessener Werke widmet und diese in sorgfältig gestalteten Programmen einem neugierigen Publikum zugänglich macht.