Warst du in der Schule der Pausenclown?
Ja. Manche Pausenclowns sind richtig lustig, manche nerven. Ich war Letzteres: Ich wusste nie, wann genug war und wollte immer schon den nächsten Spruch auf Lager haben. Das war ungesund für die Mitschüler, zeigt aber, dass da was in mir drin war, was raus wollte. Meine Mutter hat immer gesagt: «Du musst auf die Bühne!»
Wann standest du das erste Mal auf der Bühne?
Am 5. März 2011. Das war beim Trierer Comedy Slam. Das ist ein Wettbewerb, bei dem Newcomer auftreten können. Ich bin da zwar ins Finale gekommen, dort aber kläglich gescheitert. So konnte ich nicht aufhören.
Du bist ja auch bei der Neuauflage von «Genial daneben» dabei.
Ehrlich gesagt hatte ich das etwas unterschätzt. Ich dachte, da müsse man sich einfach kurz eine lustige Antwort auf eine Frage überlegen, aber es ist komplexer. Ich habe grossen Respekt davor, wie Hella von Sinnen und Wigald Boning Geschichten, die um die Ecke gedacht sind, heraushauen. Es macht aber grossen Spass! Hugo Egon Balder leitet die Sendung perfekt.
Wie viel Inhalt deines Programms ist aus deinem Leben?
Eigentlich alles. Der Trick daran ist, dass ich manche Storys auf die Spitze treibe und ein bisschen übertreibe. Und das Witzige: Es kommen nachher immer Zuschauer zu mir und meinen: «Hey, warum kanntest du diese Geschichte von mir?» So sieht man ja, dass man als Jugendlicher vieles gleich erlebt.
«Witze dürfen nicht verletzend sein und müssen auf Augenhöhe passieren.»
Schreibst du alles selber?
Nein, ich arbeite mit einem Autor zusammen, Sascha Korf. Das passt perfekt: Er weiss, wie ich auf der Bühne agiere und hat immer coole Inputs und Ergänzungen zu meinen Programmen. Er ist übrigens auch ein begnadeter Comedian und Impro-Gott.
Du erzählst im Programm viele Anekdoten über deine Mutter. Was sagen deine Eltern dazu?
Das fragen echt viele. Bei den 15 Preview-Shows durften meine Eltern nicht dabei sein. Nach der Premiere kam aber mein Vater zu mir und meinte: «Wieso machst du dich nur über deine Mutter lustig und nicht über mich?» Für die beiden ist es gar kein Problem.
Dein aktuelles Programm lief schon im TV. Da kennen ja viele die Pointen schon.
Manche schauen die Aufzeichnung extra nicht, andere haben das Programm schon gesehen und schreien sogar die Pointen rein. Die kriegen dann aber eine Ansage von mir (lacht). Meine Fans sind echt witzig, da ist schon fast Party-Stimmung im Publikum. Die kriegt man im TV nicht. Zudem improvisiere ich viel im Programm, jede Show ist somit anders.
Wo stehst du in zehn Jahren?
Wenn es beruflich so bleibt wie jetzt, bin ich der glücklichste Mensch. Und privat möchte ich eine Familie haben, mit Frau und zwei Kindern. Am besten ein Junge und ein Mädchen. Es kann sich ja nicht alles um Comedy drehen, ich will ja auch lernen, was es heisst, Vater zu sein.
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Do14.September 17, Volkshaus Zürich
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