Comedy

Frank Richter: Warum «Love my Job» genau das Gegenteil meint

20.07.2026 von Christoph Soltmannowski

Jahrelang war Frank Richter Promi-Reporter bei «Glanz und Gloria», heute ist er einer der gefragtesten Stand-up-Comedians der Schweiz. Mit seinem vierten Soloprogramm «Love my Job» tourt er durchs Land. In Soltis Studiocast hat er erzählt, wie es dazu kam.

Frank Richters Biografie liefert genug Stoff für mehrere Bühnenprogramme. Geboren in Uznach, als Sohn einer deutschen Mutter in Rapperswil-Jona aufgewachsen, deutsch-schweizerischer Doppelbürger, heute Zürcher. Die Herisauer Nachrichten brachten sein Erfolgsrezept früh auf den Punkt: «Derbe Witze sympathisch verpackt.»

Vom Promi-Reporter zum Comedian

Bevor Richter selbst im Rampenlicht stand, hielt er anderen das Mikrofon hin. Nach einem Praktikum bei einer Lokalzeitung landete er beim SRF-Promimagazin «Glanz und Gloria», wo er jahrelang über Stars und Sternchen berichtete. Die besten Antworten bekam er, wenn seine Gegenüber entspannt waren, also blödelte er vor laufender Kamera erst einmal herum. Aus dieser Zeit stammen Anekdoten wie jene über Beatrice Egli, deren Management sogar die Frage nach dem Instrument strich, das sie als Kind gespielt hatte. Oder das Anwaltsschreiben aus Deutschland, weil in einem Artikel «Schweini» statt Bastian Schweinsteiger stand.

Der Wechsel zur Comedy kam schleichend. Richter schrieb zuerst Gags für andere, stand ab 2016 selbst auf der Bühne und moderierte nebenbei das Live-Quiz von Blick TV, bis er sich entscheiden musste: Journalismus oder Bühne. Er wählte die Bühne, mit Erfolg. 2017 gehörte er zu den «4 Young Talents» des Arosa Humorfestivals, 2019 gewann er das Goldene Ticket des Quatsch Comedy Clubs in Berlin, 2021 den SRF Comedy Cup und die Roast Battle von Comedy Central. Im gleichen Jahr wie sein Berliner Erfolg feierte sein erstes Soloprogramm «Promi-Richter» Premiere: persönliche Geschichten, Promiklatsch und schwarzer Humor, inklusive Musikeinlage auf der Panflöte.

Ein verbaler Seiltänzer

Richters Markenzeichen ist der schwarze Humor. Die Presse ist sich einig: Richter ist keiner, der über Minderheiten herzieht, sondern ein verbaler Seiltänzer, der an die Grenze des guten Geschmacks geht und sie nie überschreitet. Er selber sieht es pragmatisch: «Die Schweiz ist zu klein, um zu sagen, ich mache nur diese eine Schiene. In Deutschland kannst du der sein, der die asozialen Witze macht, und hast trotzdem 400 Theater zum Spielen.» Sein Talent, wie er sagt: böse Sachen so zu verpacken, dass sie auch an einer Gemeindeversammlung funktionieren.

«Love my Job» – das meint er natürlich ironisch

Sein aktuelles Programm «Love my Job» ist eine Spitze gegen eine ganz bestimmte Sorte Mensch: «Mich nerven die Leute, die auf LinkedIn #lovemyjob posten. Das ist reines Honig-ums-Maul-Schmieren beim Chef.» Es ist laut eigener Aussage sein bestes Programm bisher, ein wilder Ritt durch die Absurditäten der Arbeitswelt. Für die Show hat er mit seinem Regisseur 32 Figuren entwickelt, von der eigenen Mutter bis zum ehemaligen Chef, jede mit eigener Stimme und Körperhaltung.

Noch mehr Blicke hinter die Kulissen von Comedy und Promi-Journalismus gibt es in der aktuellen Folge von Soltis Studiocast:

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