Das Ensemble des Circus Monti
Ein Wahrsager verspricht zu viel und bringt damit die ganze Manege durcheinander. Der Circus Monti zeigt seine neue Inszenierung «Poussière d’étoiles» noch bis am 29. November 2026 in acht Deutschschweizer Städten.
Flackernde Lichter, duftender Rauch, eine Kristallkugel: Im Zelt eines schrulligen Wahrsagers beginnt die Geschichte. Er verspricht, die Geheimnisse des Schicksals zu enthüllen, richtet den Blick zu den Sternen und sagt den Menschen ihre Zukunft voraus. Seine Ambitionen sind masslos, und das hat Folgen. Akrobatische Darbietungen misslingen, Choreografien zerfallen, Zaubertricks gehen schief. Der Wahrsager manövriert sich immer tiefer in Schwierigkeiten. Ihm bleibt nur ein Weg: Er muss das Vertrauen seiner Mitmenschen zurückgewinnen.
Aus den Pannen entsteht dabei eine eigene, chaotische Magie. Misserfolge verwandeln sich in Circuspoesie. Genau davon erzählt «Poussière d’étoiles»: vom Scheitern, vom Staunen und von den Missverständnissen dazwischen.
Wie bei Monti üblich, ist das Ensemble doppelt im Einsatz. Die 14 Artistinnen und Artisten aus Argentinien, Haiti, Kuba, Kolumbien, Kanada, Frankreich und der Schweiz zeigen ihre Spezialdisziplinen, darunter Jonglage, Roue Cyr, Kontorsion, Handstand, Russischer Barren, Fangstuhl, Vertikalseil und Strapaten. Gleichzeitig schlüpfen sie in Rollen und verbinden die einzelnen Nummern zu einer durchgehenden Geschichte. Ein Circusorchester mit sechs Musikern begleitet die Vorstellungen live. Die Musik stammt von Thierry Epiney aus Sierre. «Poussière d’étoiles» ist seine sechste Originalkomposition für den Circus Monti.
Für Konzept und Regie sind erstmals Itzel Viruega (Mexiko/Kanada) und Jérémie Robert (Frankreich/Kanada) verantwortlich. Die beiden arbeiten seit 2022 als Regieduo zusammen und haben unter anderem mit dem Cirque du Soleil und Les 7 Doigts de la Main gearbeitet. Robert kennt die Monti-Manege bereits: 2015 stand er selbst als Artist im Chapiteau. Acht Wochen lang probte das Ensemble unter der Leitung der beiden in Wohlen AG.
Am 12. März 1985 feierte die Circusfamilie Muntwyler in Wohlen ihre erste Première. Seit 1992 setzt der Circus Monti auf Programme, die Circus und Theater verbinden. Als einziger Circus gewann er zweimal den Prix Walo (1998 und 2000), 2023 erhielt er vom Bundesamt für Kultur einen Schweizer Preis Darstellende Künste. Gespielt wird im Bogenmastenzelt: Die beiden Masten stehen ausserhalb der Zelthülle, alle 750 Plätze haben freie Sicht in die Manege.
Die Tournee dauert bis am 29. November 2026 und führt nach Windisch, Basel, Wettingen, Aarau, Luzern, Bern, Solothurn, Winterthur und Zürich. Rund 125 Vorstellungen stehen auf dem Programm.