Bereits 2023 begeisterte Marius Bear mit seiner Stimme am «Art on Ice» – erst wenige Tage vor dem Start der grossen Show sprang er kurzfristig für Rag’n’Bone Man ein. Im Februar tritt er nun erneut mit den Eiskunstlauf-Stars auf, zusammen mit Stress, Birdy und Paloma Faith. Hier sagt er, wie sehr er sich schon jetzt schon auf das Eislauf-und-Musik-Spektakel freut.
Interview: Christoph Soltmannowski
Marius Bear, wie lief das damals, am «Art on Ice» 2023? Eine ziemlich spontane Sache!
In der Tat! Ich war gerade auf dem Heimweg vom WK, im Radio lief ein Song von Rag’n’Bone Man, als mich der Chef von «Art on Ice» anrief. Er sagte, sie bräuchten einen Ersatz für Rag’n’Bone Man. Seine Mutter sei gestorben, ob ich einspringen könne. Nach meiner Zusage musste ich innert 48 Stunden viele Songs lernen, zusammen mit Marc Sway und Judy Jackson. Welch ein Szenenwechsel! Erst noch übernachtete ich mit 20 Militärkollegen im Bunker und plötzlich stand ich auf der Bühne im Hallenstadion!
Wie nervös warst du?
Eigentlich kaum. Ich kam ja gerade vom Eurovision Song Contest, wo man vor fast 200 Millionen Leuten spielt. Da war ich schon im Flow. Am meisten Nerven hat es mich gekostet, die Texte so schnell in den Kopf zu kriegen.
Diesmal hattest du mehr Zeit. Mit dabei ist unter anderem dein Kollege Stress – mit dem du schon gearbeitet hast.
Andres ist ein fantastischer Künstler! Ich habe riesigen Respekt vor ihm. Von ihm kann ich so viel lernen. Er hat eine starke Bühnenpräsenz und eine grosse Tiefe. Auch hat er Ecken und Kanten, aber damit kann ich gut umgehen. Wir fühlen uns irgendwie verbunden. «Art on Ice» hat ja jedes Jahr ein spezielles Showthema. Worum es aktuell geht, dürfen wir noch nicht verraten. Nur so viel: Zu Stress und mir passt es sehr gut.
Als internationale Stars werden bei der nächsten «Art on Ice» Tour Paloma Faith und Birdy mit von der Partie sein – beide aus England. Du selbst hast in London gelebt. Hast du die beiden sogar schon getroffen?
Mit Birdy habe ich mal einen Kaffee getrunken, als wir zufällig am selben Tag im Studio waren. Ich finde ihre Musik super. Paloma Faith kenne ich nur von ihrer Musik, aber ich freue mich auf unser erstes Treffen.
In der Show muss euer Gesang perfekt mit den Eiskunstlauf-Stars harmonieren. Eine besondere Herausforderung?
Von Vorteil ist, dass ich das schon einmal gemacht habe. Eiskunstlauf und Musik passen gut zusammen. Es ist unglaublich zu erleben, wie der Speed des Eiskunstlaufs und die Musik zusammenfliessen.
Worauf kommt es an?
Es geht in erster Linie um Dynamik. Meine Stimme ist sehr dynamisch, mal fein und leise, mal kräftig. Zum Eiskunstlauf passt das sehr gut. Nach den ersten zwei Shows im Hallenstadion entsteht plötzlich diese Magie. Es fühlt sich für mich an, als ob ich nur noch für die Eiskunstläuferinnen und -läufer singe. Diese enge Verbindung zwischen Musik und Eiskunstlauf macht so viel Spass.
Ist es nicht eher so, dass der eine dem anderen die Show stiehlt?
Ganz und gar nicht. Das Prinzip lautet eher: «Ich singe für dich – und du tanzt für mich.» Obwohl wir 20 Meter voneinander entfernt sind, entsteht diese besondere Synergie. Ich kann es kaum erwarten: Ich kriege jetzt schon eine Gänsehaut, wenn ich daran denke!
Wir sprechen von Synergie und Zusammenarbeit – wie ist das in der Schweizer Musikszene?
Wir haben unglaublich viele talentierte junge Künstlerinnen und Künstler. Es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig pushen. In den letzten vier bis fünf Jahren hat sich viel zum Positiven verändert. Früher hat jeder sein eigenes Ding gemacht. Heute arbeiten wir viel mehr zusammen, das bringt uns alle weiter, wir werden auch international stärker wahrgenommen. Ich arbeite gerne mit verschiedenen Künstlern zusammen, Songwriting-Session und Kooperationen – das ist zentral für die Kreativität. Mein Vorteil ist, dass meine Stimme und meine Persona zu vielem passen. Ich bin nicht auf einen Stil und ein Genre festgelegt. Das gibt Freiheit. Ich kann machen, worauf ich Bock habe.
Du bist gelernter Maschinenbauingenieur. Wann war für dich klar, dass du Musik zu deinem Beruf machen willst?
Das war ein langer Weg. Zuerst war die Musik immer nur ein Hobby, es hat einfach Spass gemacht. Ich habe ja erst mit 22 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Nach einem Konzert im Kaufleuten in Zürich sagte mir Regisseur Rob Lewis er brauche meine Stimme für seinen Dokumentarfilm über die Mondlandung – ich solle nach New York kommen. Als Opportunist und spontaner Mensch fand ich das toll und habe zugesagt. In New York hat sich mir eine neue Welt aufgetan. Das war ein Wendepunkt für mich.
Was war passiert?
Bis dahin hatte ich Musik gemacht, um eine gute Zeit zu haben. Nach der Filmpremiere im Museum of Natural History hatten wir ein Abendessen mit Neil deGrasse Tyson und Charles Duke, einem der Apollo-Astronauten. Danach gingen wir nochmals ins Museum: Da gab es eine riesige 3-D-Animation des Mondes. Dort erzählte uns «Charlie» Duke, wie er 1972 über den Mond gelaufen ist und was er da oben erlebt hat. Eine halbe Stunde lang! Da habe ich realisiert: Als Musiker solche Momente und Begegnungen zu erleben, das ist der tollste Job der Welt.
Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Nach «Art on Ice» möchte ich im Sommer und Herbst nochmal richtig viel Musik veröffentlichen und an meinem Content arbeiten. Social Media und Erscheinungsbild sind in der Musikbranche heute sehr wichtig. Und das nächste wäre dann eine Singer-Songwriter-Tour durch Australien. Meine Verlobte Jasmine und ich könnten uns vorstellen, dort ein paar Jahre zu leben. Ich habe ja neben dem Schweizer auch einen australischen Pass.
Zurück zu «Art on Ice»: Worauf freust du dich am meisten?
Zum einen auf die Show selbst, zum anderen auf das Team. Es sind grösstenteils wieder dieselben Leute in der Produktion. Auch einige der Eiskunst-Stars von 2023 sind wieder dabei. Wir hatten letztes Mal eine ganz tolle Zeit zusammen. Denn: O ja, die können auch feiern! Die Eislauf-Stars haben mir auch gezeigt, dass man problemlos diese Art Zirkusleben führen kann, in dem man von Show zu Show um die Welt reist – sogar als Familie mit Kindern. Das inspiriert mich sehr für meine eigene Zukunft.
Eleganz und Akrobatik, eingebettet in eine spannende Show – das bietet «Art on Ice». Neben Top-Musikern sind auch im Februar 2025 einige der besten Eiskunstlauf-Stars mit von der Partie.
«Art on Ice»: Immer wieder ein Erlebnis mit Live-Musik, Eiskunst-Highlights und erstklassiger Multimedia-Bühnentechnik.
Auf dem Eis werden die Schweizer EM-Bronze-Gewinner 2023 Kimmy Repond und Lukas Britschgi zu sehen sein sowie die vierfache Schweizermeisterin Alexia Paganini. Das internationale Line-up auf dem Eis wird angeführt von Weltmeister Ilia Malinin aus den USA. Ebenso dabei sind die italienischen Europameister 2024 Lucrezia Beccari und Matteo Guarise, die belgische Europameisterin Loena Hendrickx, der zweifache französische Europameister Adam Siao Him Fa und die deutschen Paarläufer Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin.
Marius Bear ist nur einer von vier grossen Musikstars, die gemeinsam als Haupt-Acts für eine Show voller Überraschungen sorgen werden. Dazu kommen die Live Band, Tänzerinnen und Tänzer.