Manche sehen ihn als den «Dieter Bohlen der Philosophie». Was ganz und gar nicht abschätzig gemeint ist: Der Philosoph und Autor Richard David Precht gilt als einer der populärsten Intellektuellen des deutschen Sprachraums. Seit seinem Erfolg mit «Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?» wurden alle seine Bücher zu philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen zu Bestsellern und in mehr als 40 Sprachen übersetzt.
Der Solinger Richard David Precht (60) hat sich als einer der einflussreichsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum etabliert. Mit seinen Werken und öffentlichen Auftritten hat er eine breite Leserschaft und Anhängerschaft gewonnen. Precht wuchs in einem linkspolitisch geprägten Elternhaus auf, was seine spätere Denkweise massgeblich beeinflusste.
Nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln promovierte Precht 1994 mit einer Arbeit über Robert Musils «Der Mann ohne Eigenschaften».
Seine akademische Laufbahn führte ihn zu einer Honorarprofessur für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.
Sein erstes Buch «Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?», erschienen 2007, behandelt grundlegende Fragen der menschlichen Existenz. Es wurde in über 40 Sprachen übersetzt und stand jahrelang auf den Bestsellerlisten.
Es folgten weitere erfolgreiche Werke wie «Liebe – ein unordentliches Gefühl» und «Die Kunst, kein Egoist zu sein», die Precht als vielseitigen Denker etablierten.
In seinen jüngeren Publikationen widmet sich Precht verstärkt gesellschaftspolitischen Themen. «Von der Pflicht» (2021) und «Freiheit für alle» (2022) setzen sich mit den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt auseinander. In letzterem plädiert Precht für ein bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf die sich wandelnde Arbeitswelt
2023 veröffentlichte er gemeinsam mit Harald Welzer «Die vierte Gewalt», eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Medien.
In Prechts jüngstem Werk, «Das Jahrhundert der Toleranz» (2024), wendet er sich der Aussenpolitik zu. Er argumentiert für einen wertorientierten Ansatz in der internationalen Politik und betont die Notwendigkeit, andere Gesellschaftsformen neben der liberalen Demokratie zu akzeptieren.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Richard David Precht auch im Fernsehen und in Podcasts präsent. Seit 2012 moderiert er die ZDF-Sendung «Precht», in der er mit interessanten Gästen spricht.
Seit 2021 ist er zudem gemeinsam mit Markus Lanz im Podcast «Lanz & Precht» zu hören. Die beiden debattieren wöchentlich über gesellschaftlich relevante Themen.
Richard David Precht ist eine einflussreiche Stimme in der öffentlichen Debatte, die komplexe philosophische und gesellschaftliche Fragen einem breiten Publikum zugänglich macht.
Am Montag 26. Mai 2025 spricht Richard David Precht im Volkshaus in Zürich; tags darauf, am Dienstag 27. Mai im Theatersaal National in Bern.