Ihre Auftritte sind ein ein Ritual zwischen Performancekunst und Popexzess: Allie X verbindet avantgardistischen Pop mit eigenwilliger Ästhetik. Ihre Kunstfigur balanciert zwischen kühler Distanz und theatralischer Tiefe, begleitet von einer treuen Fangemeinde. Am 20. Juli 2025 tritt die kanadische Musikerin im Plaza in Zürich auf.
Alexandra Ashley Hughes, alias Allie X, begann als Songwriterin in Los Angeles, nachdem sie die Musical Theatre School in Ontario abschloss. «Ich wollte nie nur die anonyme Hitmaschine sein», betont sie. Mit Singles wie «Catch» (2014) entwickelte sie einen unverwechselbaren Stil: elektronische Klänge, komplexe Melodien und surrealistische Visuals.
Allie X erschafft ganze Welten – ihr X symbolisiert «die Freiheit, mich ständig neu zu erfinden». Ihr Album Girl With No Face (2024) inszeniert sie als «Rückeroberung meiner künstlerischen DNA», kombiniert mit einer Tour voller New-Wave-Beats, Projektionen und roboterhaften Bewegungen.
Ihre Musik verschmilzt Synthpop mit Artpop, inspiriert von Ikonen wie Depeche Mode und Cocteau Twins. «Diese Alben fühlen sich an wie aus einer Parallelwelt – das wollte ich einfangen», erklärt sie. Tracks wie «Bon Voyage» feiern radikale Veränderung, während ihre Stimme zwischen zerbrechlich und mechanisch oszilliert.
Trotz Collaborations mit Stars wie Troye Sivan oder BTS bleibt Allie X eine Kultfigur. «Meine Rechnungen sind bezahlt, ich bin kreativ erfüllt – das reicht», sagt sie. In intimen Venues begeistert sie ihre Queer-Community: «Bei meinen Shows geht’s um den Mut, anders zu sein». Hinter der Maske des Pop-Phantoms schimmert Zerbrechlichkeit: «Das Leben ist schmerzhaft. Und schön. Ich habe noch nicht ganz herausgefunden, wie ich damit umgehen soll.» Doch genau dieses Rätsel macht ihren Reiz aus – unvorhersehbar, durchdacht, unwiderstehlich.