Crimer gehört auf die Bühne. Dort tanzt, singt und schwitzt der Rheintaler Synthiepop-Musiker für zwei. Am 3. April 2027 spielt er in der Chollerhalle in Zug.
Einmal riss ihm mitten im Konzert die Hose. «Ich hatte einen richtig guten Dancemove am Start», erzählte Crimer «20 Minuten». Sein Keyboarder machte ihn darauf aufmerksam. Crimer spielte weiter. Eine Unterhose trug er zum Glück.
Die Anekdote passt zu ihm. Wer Crimer live sieht, erlebt keinen Sänger, der hinter dem Mikrofonständer steht. Er tanzt, posiert und sucht den Kontakt zum Publikum. Sein Markenzeichen ist der Mittelscheitel.
Hinter Crimer steht Alexander Frei. Er wuchs in Balgach im St.Galler Rheintal auf und sang als Kind im Kirchenchor. Später studierte er Betriebswirtschaft und Kommunikationswissenschaft. Seine ersten Songs veröffentlichte er unter dem Namen «Batman». Nach Einwänden von DC Comics nannte er sich um.
Der Durchbruch kam schnell. 2017 erschien die Single «Brotherlove». Ein Jahr später gewann Crimer an den Swiss Music Awards den Preis «SRF 3 Best Talent». Sein erstes Album «Leave Me Baby» stieg 2018 auf Platz 2 der Schweizer Hitparade. Im selben Jahr lieferte er mit «First Dance» den Titelsong zum Kinofilm «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse».
Crimers Musik orientiert sich am Synthiepop und am New Wave der 1980er-Jahre. Als Einflüsse nennt er auch die Backstreet Boys, Disco und seine Emo-Phase. Erfolgreicher Schweizer Pop sei nicht oberflächlich, sagte er dem Ostschweizer Kulturmagazin «Saiten». Man könne die Masse bewegen, indem man sie herausfordere.
2021 erschien das zweite Album «Fake Nails». Danach wurde es ruhig. Frei wurde Vater einer Tochter und trennte sich von seinem Management. Zwei Jahre dauerte es, bis sich sein Alltag als Musiker wieder eingespielt hatte. «Meine Tochter hat mich zu einem besseren Musiker gemacht», sagte er «20 Minuten».
Ende 2025 meldete er sich mit der EP «The Birthday Celebration» zurück. Er veröffentlichte sie zu seinem 36. Geburtstag. Als Kind habe er nie eine Geburtstagsparty feiern dürfen, erzählt er. Songs wie «Spiderweb», «Love Kills» und «Sportscar» gehören seither zum Live-Programm. Als Vorbilder nennt Crimer Lily Allen und Charli XCX. Beide packen ernste Texte in tanzbare Melodien. Ein drittes Album hat er angekündigt.