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Der Rasen ist noch warm, aber das Licht kippt schon Richtung Bernstein. Wer diesen Übergang nicht wortlos hinnehmen will, findet hier den passenden Soundtrack, von Züri West über Taylor Swift bis zu einem frischen TikTok-Hit, der genau diesen Kippmoment trifft.
Der Ur-Text zum Thema, auf Berndeutsch und ganz ohne Pathos: Kuno Lauener zählt einfach auf, was noch geht, solange die Karre läuft und deine Mannschaft gewinnt. Das ist Melancholie, die richtig weh tut. Ach, Kuno.
Ein Deadhead-Aufkleber auf einem Cadillac, das ist das ganze Bild, das bleibt. Mike Campbell schrieb den Riff eigentlich für Tom Petty, doch Henley schnappte ihn sich und machte daraus die definitive Elegie auf verlorene Jugend.
Morten Harket hält eine Note über zwanzig Sekunden, was man als Zuhörer erstmal aushalten muss. Gedreht wurde dazu ein Video in Spanien, für den grössten Refrain, den die Band nach ihrer Wiedervereinigung noch draufhatte.
Billie Joe Armstrong verarbeitet darin den Tod seines Vaters, was dem Song seine Wucht unter der Pop-Punk-Oberfläche gibt. Das Video mit Jamie Bell und Evan Rachel Wood dreht die Geschichte dann Richtung Irak-Krieg, was nicht jedem gefiel, aber bis heute hängen geblieben ist.
Ein Song aus 1968, aus der Ära, in der Udo noch Chansons schrieb statt Stadion-Hymnen. Leiser Schlager mit echtem Kern, so wie er später auch privat in der Schweiz gelebt hat.
Eine Trip-Hop-Ballade mit einem Video, das 2012 die halbe Popkultur beschäftigte: Jaime King und Lana als Freundinnen, ein Sommer, der kippt. Genau das war der Moment, an dem Lana vom Geheimtipp zur Stadionfüllerin wurde.
1965 geschrieben, in New York, mitten im Winter, aus reiner Sehnsucht nach Kalifornien. Alle Blätter braun, der Himmel grau, und trotzdem einer der wärmsten Songs, die je über Kälte geschrieben wurden.
Kein Abschied, eher ein Ankommen, denn Young schrieb ihn für seine Frau Pegi. Erntemond statt Weltuntergang, das ist der seltene Fall, in dem Spätsommer nach Geborgenheit klingt statt nach Verlust.
Ba-dee-ya, keine Zeile ergibt grammatikalisch Sinn, und trotzdem tanzt die ganze Welt seit 1978 dazu. So wird der September hier zur Feier statt zum Abgesang, als optimistischer Gegenentwurf zum Rest der Liste.
Dave Grohl ganz leise, Klavier statt Gitarrenwand: ein Traum, der ihn weckt, und die Erkenntnis, dass etwas vorbei ist, bevor er es überhaupt fassen kann. Der ruhigste Moment auf einem Album, das sonst vor allem laut ist.
Der einzige ganz frische Song in dieser Liste, von einer israelischen Band, die seit Februar 2026 auf TikTok viral geht. Dunkler, rhythmischer Indierock, näher an Hozier als am klassischen Sommerhit, aber die Zeile «one way or another» trägt genau diesen Kippmoment zwischen Sommer und Danach.
Der Schal, die Herbstküche: Swift packt in zehn Minuten alles rein, was andere in einem ganzen Album verstecken. So macht sie aus einer verlorenen Beziehung ihre bis heute meistzitierte Textzeile.
Jaël Malli im Schweizer Understatement, auf Englisch gesungen, kein grosses Drama, eher das leise Eingeständnis, dass eine Phase zu Ende ist. Passt zu einem Spätsommerabend im Marzili, im Lido Luzern oder der Badi Wollishofen kurz bevor die Sonne im Meer versinkt (ach, Kuno).