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Madonna hat ihr neues Album rausgebracht. Es ist Dancefloor, und es ist gut. Eine Frau, die ihrer Zeit schon immer einen Schritt voraus war.
Es ist 1984, Ende Jahr, und ich höre Madonna mit «Like a Virgin» zum ersten Mal aus dem Radio plätschern. Meine Reaktion: nun ja. Ein ordentlicher Song, aber es ist ein zäher Start. Madonna sucht sich ein Start-Jahr aus, das von unglaublich grossen Hits geprägt ist. Don Henleys «The Boys of Summer» läuft rauf und runter, Prince lässt mit «Purple Rain» ein ganzes Kino explodieren, der Boss besingt mit «Born in the U.S.A.» ein Amerika, das sich selbst nicht mehr traut, U2 schickt «Pride (In the Name of Love)» in die Welt, The Cars lassen mit «Drive» eine ganze Generation schluchzen, und Van Halen springt mit «Jump» aus jedem Radio. In dieser Flut geht Madonnas erster grosser Song bei mir unter. Dabei hätte man da schon erkennen müssen: Hier kommt die Queen of Pop.
Was folgt, kennt man. «Into the Groove», «Papa Don't Preach», «Vogue», «Like a Prayer». Madonna erfindet sich alle paar Jahre neu, von Ballerina zu Flamenco-Covergirl, zu Disco-Ikone, zu Cowgirl. 2005 dann «Confessions on a Dance Floor», ihr ganz grosses Dancefloor-Statement und Werk.
21 Jahre später liefert sie nun die offizielle Fortsetzung. 16 Songs, rund eine Stunde, Disco und House satt aufgezogen. Produzent Stuart Price ist wieder mit an Bord, dazu Gäste wie Sabrina Carpenter, Stromae und Tochter Lola Leon. Mit 67 Jahren bespielt Madonna den Dancefloor so jung und verspielt, dass man kurz vergisst, wie lange sie das schon macht. Kritiker feiern die Platte bereits als ihre stärkste seit zwei Jahrzehnten. Nicht ihr bestes Album der Karriere insgesamt, aber richtig stark, ganz ohne Abstriche. Wär's ein Debut, der Artist würde direkt zum Superstar! Ohne Halt bis ganz oben!
Offizielle Tourdaten für 2027 gibt es noch keine. Madonna liess aber durchblicken, dass nach dem Sommer «etwas Grösseres» folgt. Fans dürfen hoffen. Ich mach's auch.