Der 60-jährige Nick Cave schafft es, uns mit seiner Musik zu verführen und gleichzeitig in den Abgrund zu stossen.
Es gibt viele Gründe, Nicholas Edward Cave (60), wie der Australier mit gebürtigem Namen heisst, zu lieben. Zuletzt sah es allerdings gar nicht rosig aus: Nick Caves vierter Sohn Arthur starb im Jahr 2015, als er von einer Klippe stürzte. Die Trauer hat Cave daraufhin im 2016 erschienenen Album «Skeleton Tree» verarbeitet, auch durch seinen christlichen Glauben schöpfte der Australier Kraft.
«One More Time With Feeling» ist ein Dokumentarfilm über Nick Cave
Erst kürzlich erschien der Film «One More Time With Feeling» über sein16. Studioalbum «Skeleton Tree». Der Film ist jedoch vielmehr ein Dokumentarfilm über Nick Cave und wie er mit dem Tod seines Sohnes Arthur umgeht. Es ist kein Zufall, dass man im Film von Regisseur Andrew Dominik Szenen sieht, die gescheitert sind. Szenen, die die Wahrheit nicht vertuschen und sich genau so widerspiegeln, wie sie stattfanden.
Nick Cave wird auch «Pate der Düsterkeit» genannt
Caves Songs leben von einemMix aus Schönheit und Grausamkeit. Schnell befindet man sich in einem Sturm aus Romantik und Utopie. Und genau so schnell landet man im Abgrund: Dunkel, einsam und traurig. Es ist, als ob ein Wesen, so schön wie ein Engel, vom Himmel fällt, sich dabei den Flügel bricht und für immer in der irdischen Welt leben muss.
Doch genau diese Dualität zeichnet Cave aus. Er selbst beschreibtsein Schaffen mit «einer unerklärlichen Traurigkeit, wie sie dem Herzen gewisser Kunstwerke innewohnt». So wird Cave zu seinem Bedauern oft «Pate der Düsterkeit» genannt.
Nick Cavebesitzt aber noch ganz andere Talente: Nebenbei findet er Zeit, Gedichte und Romane zu schreiben, Filmdrehbücher zu verfassen, Hauptrollen in Filmen zu spielen und Filmmusik zu komponieren.
Grosse Tournee mit grossen Hits
Dieses Jahr veröffentlichten Nick Cave & The Bad Seeds mit «Lovely Creatures» ein Best-of-Album. Kein Wunder, sie schauen ja auch schon auf eine über 30-jährige Bandgeschichte zurück.Mit neuem Elan gehtsnun aufgrosse Tournee, bei der sie genauso die Songs des 16. Albums «Skeleton Tree», aber auch die grössten Hits spielen. Da dürfen «Henry Lee» mit PJ Harveyund «Where the Wild Roses Grow» mit Kylie Minogue nicht fehlen.