Einmal im Jahr gehört der Zürichsee nicht den Schiffen, Schwänen und SUP-Boards, sondern den Menschen. Am 1. Juli 2026 schwimmen bis zu 9'000 Teilnehmende die berühmten 1'500 Meter vom Strandbad Mythenquai ans gegenüberliegende Ufer nach Tiefenbrunnen. Kein Wettkampf, keine Zeitmessung. Nur der See, die Schwimmenden und eine der beliebtesten Volksveranstaltungen der Stadt.
Die Stadtzürcher Seeüberquerung ist Kult. Wer einmal mit Tausenden anderer Menschen ins tiefblaue Wasser gleitet, den Lärm der Stadt hinter sich lässt und mit gleichmässigen Zügen das gegenüberliegende Ufer anpeilt, versteht sofort, warum dieses Event seit Jahren ausverkauft ist. Die Strecke führt 1'500 Meter durch den See, und mitschwimmen darf, wer gut schwimmen kann und mindestens 12 Jahre alt ist.
Das Organisationskomitee informiert jeweils am Montag vor dem Anlass, ob geschwommen wird. Mindestens 21 Grad Wassertemperatur sind Voraussetzung. Sollte der Zürichsee zu kalt oder das Wetter ungnädig sein, stehen zwei Verschiebedaten bereit: der 8. Juli und der 19. August. Der Ticketverkauf startet am Montag vor der Seeüberquerung um 12 Uhr. Wer zu spät klickt, schaut in die Röhre: Die Plätze sind auf 9'000 Personen limitiert und erfahrungsgemäss schnell vergriffen.
Ein Ticket kostet 25 Franken, ZKB-Kundinnen und -Kunden zahlen 20 Franken. Darin enthalten sind die nummerierte Badekappe, der Gepäcktransport ans Ziel sowie nach dem Schwimmen eine Bouillon und vegetarisches Risotto. Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren nehmen kostenlos teil, müssen aber stets in Begleitung einer volljährigen Person schwimmen.
Die Logistik ist durchgetaktet: Zwölf Startgruppen sorgen dafür, dass der See nicht auf einmal von 9'000 Personen gestürmt wird. Die ersten springen ab 14:30 Uhr ins Wasser, die letzten um 17:55 Uhr. Jedes Ticket trägt ein verbindliches Check-in-Fenster; wer es verpasst, verliert den Startplatz.
Sicherheit wird grossgeschrieben: Alle 70 Meter sind Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer in Booten positioniert, die Wasserschutzpolizei regelt den Schiffsverkehr. Wer müde wird, schwimmt einfach zum nächsten Boot. Neoprenzug ist erlaubt, Flossen, Schnorchel oder Schwimmbojen hingegen nicht.
Am Ende wartet Tiefenbrunnen — ein Strandbad, ein Becher Bouillon und das gute Gefühl, den Zürichsee einmal von innen gekannt zu haben. Tickets gibt es ab Montag, 29. Juni 2026, 12 Uhr.