Musik

Sido kommt mit durchsichtiger Maske nach Zürich

22.09.2026 von Christoph Soltmannowski

Am Mittwoch, 29. September 2027 spielt Sido im Hallenstadion Zürich. Was er mitbringt: Das zehnte Album «Frieden», Songs aus mehr als 25 Jahren und eine transparente Maske.

Die Maske war lange sein Markenzeichen. Mit dem Solodebüt «Maske» 2004 wurde die verchromte Totenkopfmaske zum Erkennungszeichen des Aggro-Berlin-Rappers. Später legte er sie ab. Jetzt trägt er sie wieder; aber diesmal komplett transparent. Laut Ankündigung zum neuen Album steht die durchsichtige Maske für Offenheit statt Rückzug: kein Versteck, kein Verstellen, offenes Visier. Mit dieser Maske geht er 2027 auf Tour.

Von Ost-Berlin in den Wedding

Paul Hartmut Würdig wurde am 30. November 1980 in Ost-Berlin geboren, als Sohn einer Sintiza und eines Deutschen. 1988 wurde der Ausreiseantrag seiner Mutter bewilligt, die Familie zog nach West-Berlin und lebte zunächst in einer Notunterkunft im Wedding. Mit 13 begann er zu rappen. Ab 1997 trat er bei Open-Mic-Sessions im Kreuzberger Royal Bunker auf, gründete mit B-Tight das Duo Royal TS und veröffentlichte über das gleichnamige Untergrundlabel erste Demotapes. Über die Crews Die Sekte und A.i.d.S. kam er zu Aggro Berlin. Dort erschienen «Mein Block» (2004), «Schlechtes Vorbild» und «Augen auf». 2008 landete «Ich und meine Maske» auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Es war sein erstes Nummer-eins-Album. 2015 folgte mit Andreas Bourani «Astronaut», der 2023 in Deutschland mit Diamant für über eine Million verkaufte Einheiten ausgezeichnet wurde. Songs wie «Bilder im Kopf» und «Tausend Tattoos» kennen auch Leute, die sonst keinen Rap hören.

Jurypult und Patchwork

Das Fernsehen holte ihn früh. Sido sass in den Jurys von «Popstars» (2008), «X Factor» (2018) und «The Voice of Germany» (2019), 2023 war er bei «Wer stiehlt mir die Show?» dabei. Privat ist er mehrfach Vater. Einer seiner Söhne steht jetzt mit ihm im Studio: Sohn Bo, 13, rappt am Ende der Single «ISSA» einen Gastpart.

«Frieden» erscheint im November

Das zehnte Studioalbum kommt am 27. November 2026, vier Jahre nach «Paul». Ebenfalls dabei: Xavier Naidoo und Sidos Cousin Menowin Fröhlich, zum ersten Mal auf einem gemeinsamen Track. Der Song «WOKE» gibt die Richtung vor. Erster Vers: Strassenleben und Kleinkriminalität, Vorbild Notorious B.I.G. Zweiter Vers: Unterhaltszahlungen, Beziehungschaos, innere Unruhe. Den Titel versteht er wörtlich. Aufwachen, jeden Morgen, weitermachen. Das Album zeigt laut Ankündigung einen Sido, der «heute ziemlich genau weiss, wer er ist».

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