Bild: Universal Music
Das Schweizer Elektropop-Duo Yello veröffentlicht sein 15. Studioalbum «Time Lab». Boris Blank und Dieter Meier verbinden darauf neue Klangideen mit Aufnahmen aus fast 50 Jahren Bandgeschichte. Auch Heidi Happy und Malia sind auf der neuen Platte zu hören.
Bei Yello ist die Vergangenheit nie weit entfernt. Seit den späten 1970er-Jahren entwickeln Boris Blank und Dieter Meier ihren eigenen Sound zwischen elektronischer Musik, Filmästhetik und experimentellem Pop. Auf «Time Lab» wird der Umgang mit der Zeit und der eigenen Geschichte zum zentralen Konzept. Blank greift auf sein umfangreiches Archiv zurück, kombiniert alte Fragmente mit neuen Samples und schafft daraus die musikalische Grundlage für Meiers Texte.
«Man kann sich nicht jeden Tag neu erfinden. Man holt immer wieder Sachen aus der Vergangenheit hervor, die einen Stück für Stück weiterbringen», sagt Blank.
Wie das funktioniert, zeigt die erste Single «Around the Sun». Die Gesangsaufnahme von Dieter Meier stammt aus den frühen 1980er-Jahren. Ursprünglich war der Song für das zweite Yello-Album «Claro Que Si» vorgesehen, wurde aber kurz vor der Veröffentlichung gestrichen. Mehr als vier Jahrzehnte später hat Blank die alte Stimme mit einer neuen Produktion kombiniert.
Auch die zweite Single «Break Out» greift frühere Einflüsse auf. Ein markantes Bass-Riff, treibende Rhythmen und Elemente klassischer Kriminalfilm-Soundtracks prägen den Track.
Neben den beiden Yello-Musikern sind auf «Time Lab» auch vertraute Stimmen zu hören. Die Schweizer Sängerin Heidi Happy steuert mit «You And Me» und «Beautiful You» zwei ruhigere Stücke bei. Malia, die bereits mehrfach mit Yello zusammengearbeitet hat, ist auf «Dancing Flame» zu hören. Eine weitere Verbindung führt in die Filmwelt: «Streets of Berlin» entstand im Umfeld der neuen Staffel von «Babylon Berlin».
Mit «About Time» schlägt das Duo zudem gesellschaftskritische Töne an: Meier thematisiert darin die Zerstörung der Erde. Derweil führt «Zebra» mit einem Text des Science-Fiction-Autors Philip K. Dick in eine ganz andere Richtung.
«Die Musik von Yello kennt nicht wirklich die Zeit», sagt Boris Blank. «Time Lab» zeigt, wie konsequent das Duo diesen Gedanken auch nach fast fünf Jahrzehnten verfolgt.