Trotz solch schwerer Themen bemüht sich der Musicalklassiker «Cabaret» um einen grösstmöglichen Unterhaltungswert: Da wird gesungen und getanzt, geflirtet, geliebt und gesexelt, was das Zeug hält: die Outfits sind gewagt, die Kostüme dem Nachtclub-Milieu angepasst und der Champagner fliesst ganz zur Freude der Kit-Kat-Girls, -Guys und -Gays in Strömen.
Doch am vermeintlich endlosen Partyhimmel ziehen düstere Wolken auf, die oft genug an die heutige Zeit erinnern. Ob Trump-Amerika, Neo-Nazi-Strömungen oder eine zunehmende Sex- und Spassgesellschaft, es gibt genügend Platz für eigene Denkanstösse. Letztlich obsiegt in Dominik Flaschkas gekonnter Inszenierung (inklusive von einem Menschen gespieltem Schäferhund) das Wechselspiel zwischen böser Politsatire, zunehmender Intoleranz und verstärktem Faschismus.
Blick in eine ungewisse Zukunft