Musicals und Shows

The Illusionists: Houdinis Erbe on Tour

16.04.2019 von Carlotta Henggeler
«The Illusionists» mit acht der weltbesten Magiern ist eine Show mit viel Rock ’n’ Roll, sagt Andrew Basso. Der Italiener verrät event., wie er Entfesselungsweltmeister wurde.

Von Kopf bis Fuss in edles Schwarz gekleidet erscheint Andrew Basso zum Gespräch im Zürcher Swissôtel in Zürich-Oerlikon. Ein extravaganter Talisman mit Edelstein ziert seine Brust. Sein Blick ist intensiv, doch trotz Doppel-Espresso ist er die Ruhe selbst. Der Italo-Amerikaner mit Wohnsitz in L.A. hat einen abenteuerlichen Weg hinter sich. Angefangen hat alles mit einem simplen Zirkusbesuch in seiner Heimat in Borgo Valsugana (Trentino).

[caption id="attachment_13093" align="alignleft" width="300"] Bild: Joan Marcus[/caption]

Andrew erinnert sich, als wäre es gestern gewesen: «Als ich das weisse Zirkuszelt gesehen habe, wusste ich: Da will ich hin. Als meine Mutter dieses erstaunte Leuchten in den Augen hatte, da wusste ich: Ich will auch Menschen verzaubern.» Da ist Basso sieben Jahre alt. Er beginnt zu jonglieren, seine Mitschüler mit kleinen Tricks auf dem Pausenhof zu unterhalten. Zaubertrick für Zaubertrick – seine erste Geburtstagsshow entsteht. Als ihm sein Vater den Zauberkasten von Mago Silvan, einer italienischen Showgrösse, schenkt, gibt es für Andrew kein Halten mehr. «Dieser Kasten war meine Offenbarung», erinnert sich der 33-Jährige. Diese Box hütet er heute noch wie einen Schatz.

Bye-bye Italia, hello USA: Bei der Elite gelernt

Bassos Lust nach Magie wird immer mächtiger während seiner Schulzeit und ist nicht mehr zu bremsen. Er liest alle Zauberbücher der örtlichen Bibliothek und lässt sich mit zwölf Jahren von Sergio Molinari, einem lokalen Zauberer, in die Geheimnisse der Magie einführen, denn: «Kleine Taschenspielerei-Tricks findest du überall. Aber die wahren Kunststücke wurden über Jahrhunderte von Magier zu Magier weitergegeben, die findest du nicht im Internet. Deshalb war die Zeit bei Sergio für mich sehr wichtig», erzählt Andrew Basso. Nach fünf Jahren ist er ausgelernt, verlangt jetzt 10 000 Lire (heute 5 Euro) pro Show. Molinari empfiehlt seinem Schützling, an Zaubertagungen teilzunehmen, um einer der ganz Grossen zu werden. Basso kratzt sein hart Erspartes zusammen und fliegt, noch keine zwanzig, alleine nach Las Vegas ans World Magic Seminar. Dort hat er einen wöchigen Workshop bei Lance Burton gewonnen. Burton hat während 30 Jahren eine eigene Vegas-Show, zählt zu den Berühmtheiten im US-Showbusiness. Basso lernt von den Besten, von Copperfield über Burton.

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