Mit Tom Allon haben sich die Engländer ihren alten Stammproduzenten nach drei Dekaden wieder an Bord geholt.Das zahlt sich aus: «Firepower» springt einem mehr ins Gesicht als seine düsteren zwei Vorgänger. Dies ist laut Aussage der Band unter anderem K. K. Downings Nachfolger Richie Faulkner zu verdanken. Er habe es meisterhaft geschafft, seinen eigenen Stil beim Komponieren einfliessen zu lassen, ohne dabei zu vergessen, was Judas Priest ausmacht. Die Doppelaxt-Riffs sind wieder klarer am klassischen Heavy Metal angelehnt und trotz der schweren Metal-Gitarrenelemente treiben die Songs nach vorne. Die Rhythm Section tönt nach stampfenden Stahlmühlen – wie es sich für Judas Priest gehört. Rund 25 Songs haben die Jungs in mehreren Monaten aufgenommen – und 14 haben es schliesslich auf die Platte geschafft. An Ideen scheint es der Band auch nach über 40 Jahren nicht zu mangeln. Trotzdemkönne die Band nicht ausschliessen, dass «Firepower» das letzteAlbumihrer Karriere ist. Zu weit im Voraus würden sie mittlerweile – nach eigener Aussage – nicht mehr planen.
Das Urteil
Der unverwechselbare Sound von Judas Priest ist auf diesem Album wieder sehr viel deutlicher erkennbar. Es scheint fast so, als ob die Band mit den letzten Alben nur Anlauf holen wollte, damit ihnen das Unglaubliche gelingt: Die Messlatte nach 49 Jahren erneut nach oben zu setzen. Neue Elemente fehlen auch diesmal nicht, die Band hat sie aber nur zur Akzentsetzung verwendet und den Mix bravourös umgesetzt. Fünf von Fünf Heavy-Metal Sternen für dieses Meisterwerk!
Die Anspieltipps
Firepower – Klassische Heavy-Metal Anthem, der Titeltrack geht direkt ins Ohr
Evil Never Dies – Man nehme alles, was man an Judas Priest liebt und stecke es in einen Song: Voilà!
Necromancer – gehört auf den nächsten the Walking Dead Soundtrack
Lone Wolf – Den Song, den James Hetfield von Metallica heimlich in der Dusche singen wird, wetten?
No Surrender – Das schönste Gitarrensolo auf dem Album.
Traitors Gate – und der Gewinner ist gefunden – der facettenreichste Song, den man mit nur einmal Anhören noch nicht wirklich gehört hat.
Judas Priest live
Am 26.6.18 spielen sie in der Samsung Hall Zürich. Vielleicht, aber hoffentlich nicht ihr Abschiedskonzert. Als Supporting Act sind Megadeth mit von der Partie.
JUDAS PRIEST LIVE
Di 26. Juni 2018, Samsung Hall Zürich
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