Mit Geige, Lockenkopf und sanfter Stimme: Angelo Branduardi zählt zu den prägenden Cantautori Italiens.
Der italienische Cantautore kommt mit Geige, Lockenkopf und Liedern, die längst Volksgut geworden sind, zurück in die Schweiz. Wer ihn live erlebt, versteht, warum es seit fünf Jahrzehnten niemanden gibt, der macht, was er macht. Am 18. 10. 2027 im Stadtcasino Basel und am Donnerstag, 28. 10. 2027 im Volkshaus Zürich, begleitet von Fabio Valdemarin.
Es gibt Künstler, die Trends setzen, und es gibt solche, die schlicht ausserhalb aller Trends existieren. Angelo Branduardi gehört zweifellos zur zweiten Sorte – und das mit Stolz.
Geboren 1950 bei Mailand, aufgewachsen in Genua, wollte der kleine Angelo eigentlich Klavier spielen lernen. Doch das Instrument war zu gross und zu teuer für die Familie – also brachte ihn sein Vater zum Geigenlehrer. Was als Notlösung begann, wurde zur Lebensentscheidung: «Die Geige ist mein Leben», sagt Branduardi heute. Am Konservatorium Niccolò Paganini in Genua machte er sein Violindiplom, in Mailand lernte er seine Frau Luisa Zappa kennen, die bis heute die Texte zu seinen Liedern schreibt.
Der Durchbruch kam in der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre mit Hits wie «Alla fiera dell'est», «La pulce d'acqua» und «Cogli la prima mela». Vor allem das Lied vom Mäuschen, das der Vater für zwei Groschen kaufte, hat sich tief ins kollektive Gedächtnis Italiens eingegraben. Branduardi selbst sieht das mit Gelassenheit: «Dieses Lied gehört nicht mehr mir, sondern ist Teil des Volksgutes geworden. Und es ist ein Hauch von Unendlichkeit.»
Auf der Bühne steht ihm dabei sein langjähriger Duopartner Fabio Valdemarin zur Seite: ein Multiinstrumentalist und Arrangeur, der schon im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel begann und im Laufe seiner Karriere unter anderem mit Ornella Vanoni, Mario Lavezzi, Neffa, J-Ax und Fiorella Mannoia zusammengearbeitet hat.
Branduardi wandelt seit jeher zwischen den Welten: klassische Ausbildung, mittelalterliche und Renaissance-Musik, keltische und nordeuropäische Folklore. Alles verschmilzt bei ihm zu einem unverwechselbaren Klang. Mit seiner Reihe «Futuro Antico» erweckt er seit 1996 Musik vergangener Jahrhunderte zu neuem Leben, zuletzt mit Klängen vom Hof der Este in Ferrara. Dass dabei keine verstaubte Museumsmusik entsteht, beweisen seine Konzerte immer wieder: In Venedig tobte das Publikum im Teatro La Fenice ausgerechnet bei einem Sakraltanz aus dem Jahr 1000.
Seine Inspiration holt sich der Maestro in der Natur; zu Hause auf einem Hügel zwischen Lago Maggiore und Lago di Lugano, in einem Nationalpark, den er liebevoll «mein kleines Kanada» nennt.
Bei seinen Schweizer Konzerten präsentiert Branduardi einen Querschnitt durch sein gesamtes Repertoire. Mit seiner weichen Stimme, seiner virtuosen Geige und seiner philosophischen Liedkunst stimmt der neuzeitliche Minnesänger sein Publikum zu gleichen Teilen verzückt wie nachdenklich. Wer wissen will, wie sich ein Hauch von Unendlichkeit anhört, für den ist dieser Abend gedacht.