Emmylou Harris steht am 1. September 2026 in Zürich auf der Bühne – leise, klar, nah am Song.
Emmylou Harris war nie nur Country. Seit den frühen 70ern, als sie an Gram Parsons’ Seite Harmoniegesang zur eigenen Handschrift machte, zieht sich ein roter Faden durch ihr Werk: Figuren, die unterwegs sind, und Melodien, die mehr andeuten als erklären. Ihre Stimme bleibt dabei ein Kompass – warm, präzise und ohne Druck.
Im Konzert treffen Klassiker aus der Hot-Band-Ära auf spätere, kantigere Kapitel. «Wrecking Ball» steht für den Moment, in dem Harris das Scheinwerferlicht mied und stattdessen Tiefe suchte – mit Raum, Schatten und dieser besonderen Ruhe. Genau dort sitzt auch heute noch ihre Stärke: im Timing zwischen zwei Zeilen.
Ob «Trio» mit Dolly Parton und Linda Ronstadt oder Kollaborationen von Dylan bis Knopfler: Harris’ Musik lebt von Begegnungen, ohne sich je zu verlieren. Aktuell rückt sie mit der Neuauflage des Livealbums «Spyboy» erneut die Bühne ins Zentrum – als Ort, an dem Songs ihr zweites Leben bekommen.