Noemi Beza (Foto: Matt Dome) Noemi Beza (Foto: Matt Dome)
Musik

Noemi Beza: Mit «Freigeist-Pop» durch den Festivalsommer

21.07.2026 von Christoph Soltmannowski

Knapp 100'000 Hörerinnen und Hörer monatlich auf Spotify, ein Vertrag bei Universal Music, im Juni «SRF 3 Best Talent» und eine neue EP: Die 20-jährige Thurgauerin Noemi Beza ist die Schweizer Pop-Entdeckung des Jahres. Im August steht sie am Heitere Open Air und am Open Air Gampel auf der Bühne.

Angefangen hat alles mit einem Schulprojekt. Für ihre Abschlussarbeit in der dritten Sek nahm Noemi Beza zum ersten Mal einen selbst geschriebenen Song im Studio auf. Ihr Produzent war der Erste, der ihr sagte, dass man ihre Musik hören will. «Von dort ist das so ein bisschen der Startschuss gewesen», erzählt sie im Podcast «Soltis Studiocast». Drei Jahre später ist aus dem Schulprojekt eine der spannendsten Karrieren der Schweizer Popszene geworden: Plattenvertrag bei Universal Music Schweiz, «SRF 3 Best Talent» im Juni 2026, Auftritte am Montreux Jazz Festival, am Openair St. Gallen, am Gurtenfestival und zuletzt am Moon + Stars in Locarno. «Es hat sich alles mega schön organisch ergeben», sagt sie dazu. Der viele Vorlauf, die kleinen Schritte über drei Jahre, helfe ihr, den plötzlichen Rummel gut zu verarbeiten.

«Hear Me»: an einem einzigen Tag geschrieben

Ihren Durchbruch am Radio schaffte Noemi Beza mit «Hear Me». Die Single stieg nach wenigen Wochen in die Top 10 der Schweizer Airplay-Charts und läuft seit Monaten auf den Sendern. Der Song handelt von Panikattacken, von einer Zeit, in der sie sich kaum mehr aus dem Haus traute. Entstanden ist er in ihrer ersten gemeinsamen Studio-Session mit der Sängerin Dana und dem Produzenten Benjamin BNJI Schmid, an einem Tag, an dem es ihr schlecht ging. «Ich habe erzählt und erzählt, und wir haben geschrieben und geschrieben. Am Abend ist ‹Hear Me› da gewesen». Heute schreiben ihr Fans, der Song habe sie durch schwere Zeiten getragen.

Pop, Indie, Folk und eine grosse Liebe zum Country

Am 5. Juni 2026 erschien ihre EP «You'll Find Me There». Die Taufe im Winterthurer Albani war restlos ausverkauft. Auf der Platte mischt Beza Pop mit Indie, Folk und Country. Die Liebe zum Country kam mit 14, als sie den Film «Forever My Girl» sah. Weil sie sich keinem Genre zuordnen wollte, erfand sie kurzerhand ein eigenes: «Freigeist-Pop. Ich mache, was ich will.»

Der Freigeist hat auch eine ruhige, persönliche Seite. Noemi Beza wurde in Äthiopien geboren, kam mit vier Monaten zu ihrer Adoptivfamilie nach Zihlschlacht im Thurgau und verarbeitet ihre Geschichte im Song «Would You Know». Diesen Herbst reist sie zum ersten Mal zurück nach Äthiopien, weil das Kinderhilfswerk, aus dessen Kinderheim sie adoptiert wurde, sein 40-Jahr-Jubiläum feiert. Daneben arbeitet sie weiterhin 30 Prozent als Pharmaassistentin in einer Apotheke.

Im August live am Heitere und in Gampel

Am liebsten steht Noemi Beza aber auf der Bühne. «Man bekommt die Reaktion direkt, wie man es sonst nirgends bekommt. Da kann Social Media nicht mithalten», sagt sie. Die nächsten Gelegenheiten dazu: Am Sonntag, 9. August 2026, eröffnet sie den Schlusstag des Heitere Open Air in Zofingen, an dem am Abend Amy Macdonald headlinet. Und am Freitag, 21. August 2026, spielt sie am Open Air Gampel im Wallis, am selben Tag wie Kygo und Lo & Leduc. Ihr grosser Traum bleibt derweil ein anderer: einmal auf der Hauptbühne des Montreux Jazz Festivals zu stehen.


Noemi Beza war zu Gast in Soltis Studiocast


Noemi Beza live: Heitere Open Air, Zofingen, Sonntag, 9. August 2026 · Open Air Gampel, Freitag, 21. August 2026.

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