Album Cover
Der britische Popstar veröffentlicht sein viertes Soloalbum. Wer eine Revolution erwartet hat, kriegt etwas Besseres: Ein Album, das wärmt wie der erste Sonnenstrahl nach einer durchtanzten Nacht.
Wenn jemand sein Album «Kiss All the Time. Disco, Occasionally.» nennt, kann man diese Person und ihre Musik nicht mögen, ausser man ist ein schwerer Anhänger von Death Metal oder Gabber? Die Antwort ist einfach: Nein. Und so geht es einem mit dem neuen Album von Harry Styles. Vier Jahre nach dem Grammy-dekorierten «Harry's House» ist der ehemalige One-Direction-Star zurück.
Styles hat den vergangenen Sommer offenbar in Berliner Clubs verbracht, im Berghain getanzt und sich von der Technokultur inspirieren lassen. Das hört man. Die erste Single «Aperture» ist fünf Minuten Disco-Ekstase mit treibenden Synthesizern. Man hört Phoenix, Daft Punk, Robbie Williams. Da ist Funk, da sind Chöre. Produziert haben Fred Again und Kid Harpoon. Zwölf Songs, knapp 44 Minuten.
Das Album erfindet nichts neu, aber es macht etwas Besseres: Es erinnert daran, was Popmusik kann, wenn sie nicht verkopft daherkommt. «We belong together» singt Styles in «Aperture». Eine einfache Botschaft, die gerade ziemlich gut tut.
Die Tour zum Album führt Styles unter anderem zehnmal nach Amsterdam, zwölfmal ins Londoner Wembley Stadium und 30 Mal in den Madison Square Garden nach New York. Die Schweiz? Fehlanzeige. Dabei wäre ein Abstecher doch drin. Hey, Harry: Hier kannst du toll joggen und wir haben echt coole Clubs. Komm doch mal wieder in die Schweiz! Wir zeigen dir auch alles!