Mit ihrer krachenden Dekonstruktion von Techno, Pop, R&B, Elektro, Funk, Metal und schrägen musikalischen Ideen sorgten Justice bereits 2007 für Aufsehen – nun kommt das französische Duo ans Montreux Jazz Festival. Soeben ist ihr neues Album «Hyperdrama» erschienen.
Es ist nicht so, dass die beiden DJs Gaspard Augé und Xavier de Rosnay mit ihrer unkonventionellen Art anecken – im Gegenteil: Sie wurden mit einem Grammy Award, einem Victoire de la musique – dem französischen Musikpreis – und drei MTV Awards ausgezeichnet. Mit ihrem zweiten Album «Audio, Video, Disco», das 2011 erschien, trieb das Soundboot noch weiter. Ein bombastischer akustischer Paukenschlag, der mit seinen klassischen 70er-Jahre-Rock-Elementen sowohl an Queen und Yes als auch an Frankie Knuckles oder Prince erinnert und sie auf eine Welttournee führte, bei der sie unter anderem als Headliner bei den Mega-Festivals Coachella und Lollapalooza auftraten.
Ihr 2016 veröffentlichtes drittes Album «Woman» nimmt uns mit an Bord und katapultiert uns ohne Übergang vom federnden R&B-Pop des Titels «Pleasure» in den Rausch von «Alakazam!» Ihr Remix-Album «Woman Worldwide» war dann von der Live-Musik geprägt – und brachte ihnen sogar einen Grammy für das beste Elektro-Album des Jahres ein.
Doch damit nicht genug: In Anlehnung an die historische Live-Performance von «Pink Floyd in Pompeji» nutzte die Band die Energie und das Filmmaterial einer Live-Show, um das Erlebnis ihres Lebens filmisch zu vermitteln. «Iris» war eine echte Weltraum-Oper, die in fast 300 Kinos in 50 Ländern gezeigt wurde – allerdings nur ein einziges Mal. Justice sind immer für eine Überraschung gut. Was sie in Montreux vorhaben (wo sie am Fr 12.7.24 spielen werden)? Wir werden sehen – und vermutlich einmal mehr staunen.