Deep Purple: Beim Brand des Casinos in Montreux entstand ihr Klassiker «Smoke on The Water».
Eine Zeitreise durch die Musikgeschichte, ein Blick in die Gegenwart und ein Ausblick auf neue Talente. Das Programm von Montreux 2024 ist umfangreicher denn je - und die neue Open-Air-Bühne macht die Berg-und-See-Atmosphäre am Genfersee noch aufregender.
Deep Purple spielen ihre Hymne «Smoke on Water» genau dort, wo sie vor 53 Jahren entstanden ist: am Seeufer in Montreux. Die britischen Rocklegenden treten auf einer grossen Seebühne auf - wie viele andere grosse Musikstars. Das Montreux Jazz Festival (5. bis 20. Juli), beliebt wegen seiner kilometerlangen Open-Air-Meile mit Gratiskonzerten und mehr am Seeufer, ist dieses Jahr mehr Open Air denn je. Weil das Kongresszentrum renoviert wird, finden die grossen Konzerte unter freiem Himmel statt: 5'500 Personen finden vor der Seebühne auf dem Place du Marché Platz – und weitere im Casino, wo das Festival in seinen ersten Jahren stattfand.
Festivaldirektor Mathieu Jaton und sein Team haben aus der Not eine Tugend gemacht – wenn das Wetter mitspielt, wird die ohnehin schon berauschende Stimmung dieses Jahr noch fantastischer sein.
Schock-Rocker, Diven und Ur-Elektroniker
Aussergewöhnlich wird es aber schon wegen des Programms. Dafür sorgen einerseits Legenden wie längst etablierte Stars wie Sting, Lenny Kravitz, US-Diva Dionne Warwick, Zucchero, «Pink Floyd»-Mitbegründer Nick Mason und die Ur-Elektroniker Kraftwerk, Schockrocker Alice Cooper und PJ Harvey.
Dazu kommen einige Überraschungen – Stars aus den Achtzigern und Neunzigern, die man lange nicht gesehen hat: Massive Attack, The Smashing Pumpkins, Soft Cell, Duran Duran, Air.
Zu den aktuellen Stars, die Montreux an den Genfersee einlädt, gehören Rag’n’Bone Man, die zweifache ESC-Siegerin Loreen, Jessie Ware und Selah Sue.
Die grossen Namen von morgen
Montreux blickt aber auch in die Zukunft: In der Scène du Casino (1300 Plätze) treten Bands und Künstler wie Yamê, Tyla, Nomane, D4VD, Laufey, Tif und Disiz auf. Sogar Brit-Awards-Gewinnerin Raye darf auf der Seebühne auftreten.
Grosse Chance für die Schweizer Indie-Folk-Band Black Sea Dahu: Sie spielt mit dem Streichquartett «Amour sur Mars», im Duett mit Asaf Avidan.
Festival-Direktor Mathieu Jaton: Mehrwert durch Mut
Fazit: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Jazz, Rock und Pop liegen während der 16 Montreux Jazz Days dicht beieinander. Man habe das Festoval praktisch neue erfinden müssen, sagt Festivaldirektor Mathieu Jaton. Er erklärt: «Man könnte uns eine gewisse Irrationalität vorwerfen, wenn wir so ein vielfältiges Programm zusammenstellen«, und er fügt hinzu: «Aber wir sind überzeugt, dass der Mehrwert gerade durch solche Wagnisse entsteht.»
Interessant: Über 80 Prozent der auftretenden Künstler spielen dieses Jahr exklusiv in Montreux.