200 Wortakrobaten kommen zum Slam nach Zürich – aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, dem Südtirol und weiteren Orten der Schweiz. Nach der Eröffnungsgala im Schauspielhaus geht es in den Kreisen 4 und 5 weiter – in der Amboss Rampe, im Kasheme, im Kosmos, Plaza, X-TRA und im Volkshaus. Der Höhepunkt nach vier Tagen Wettstreit im Einzel findet am 10. November im Hallenstadion Zürich statt. Die zwölf Vorrunden, vier Halbfinale und der Team-Wettstreit, der als Königsdisziplin der Community gilt, verlangen den Teilnehmenden alles Können ab.
Nicht nur die Konkurrenz erhöht den Druck auf die Teilnehmenden, sondern auch die Uhr: In nur sechs Minuten muss der Text überzeugen. Die Vortragenden werden sowohl nach der Art und Weise der Darbietung beurteilt, wie auch nach Stil und Inhalt. Die Kunst, Begeisterung auszulösen und das Publikum zu fesseln, ist ausschlaggebend. Der Zuhörer ist gleichzeitig Beobachter – und letztlich auch der cäsarische Daumen, der zum Schluss entweder nach oben oder nach unten zeigt.
Schweizerdeutsch gilt als besonders dynamisch und aussagekräftig
«Viele Texte lassen sich nicht eins zu eins ins Hochdeutsche übersetzen, da sie dann an Dynamik und Aussagekraft verlieren. Somit haben wir als Schweizer einen Heimvorteil.»
Kilian Ziegler
Das Aushängeschild der deutschsprachigen Szene, Hazel Brugger, wird zusammen mit dem Urgestein der Zürcher Szene, Phibi Reichling, durch das Finale führen. «Der Vorteil einer Meisterschaft in der Schweiz ist, dass wir unsere Mundarttexte nicht umschreiben müssen», so Laurin Buser, der im Einzel sowie im Team «Zum goldenen Schmied» zusammen mit Fatima Moumouni antritt. «Viele Texte lassen sich nicht eins zu eins ins Hochdeutsche übersetzen, da sie dann an Dynamik und Aussagekraft verlieren. Somit haben wir als Schweizer einen Heimvorteil.»
Dies sei aber auch der einzige Vorteil, sagt Kilian Ziegler: «Das Publikum lässt sich nicht von der Herkunft blenden und bewertet die Leistung der Vortragenden unparteiisch. Der Beste gewinnt.» Bei beiden Slammern überwiegt aber die Vorfreude. Von Nervosität ist bei den Herren nichts zu spüren.
Slam 2018 - Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaften
6.–10.11.2018, diverse Orte, Zürich
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