Im Herbst 2025 kommt das legendäre Musical Cats erneut nach Zürich – und zwar vom 10. bis 21. September ins Theater 11 in Oerlikon. Vier Jahrzehnte nach der Uraufführung hat das Stück nichts von seinem Zauber verloren.
Zürich war über die Jahrzehnte hinweg mehrfach Station von Cats. Erstmals kam das Musical von Andrew Lloyd Webber 1991 als erste grosse internationale Musicalproduktion in die Limmatstadt, und zuletzt 2019 und 2023.
Cats basiert auf T. S. Eliots Gedichtsammlung «Old Possum’s Book of Practical Cats» und wurde 1981 in London uraufgeführt. Andrew Lloyd Webber komponierte die Musik, Trevor Nunn entwickelte das Show-Konzept, John Napier entwarf Bühne und Kostüme. Die Produktion war bahnbrechend für das Genre: Die durchkomponierte Struktur, das Fehlen gesprochener Dialoge und das Zusammenspiel von Poesie und körperlicher Performance setzten neue Massstäbe für das Musicaltheater.
So wurde das Musical zum grossen Erfolg – obwohl die Handlung mehr als simpel ist: Es geht um eine nächtliche Katzenversammlung auf einem Londoner Schrottplatz, bei der Old Deuteronomy eine Katze für die Wiedergeburt auswählt.
Dabei stellen sich die verschiedenen Katzenpersönlichkeiten vor: Munkustrap als Beschützer, der rebellische Rum Tum Tugger, Zauberkater Mr. Mistoffelees, die fleissige Jennyanydots und das Diebespaar Mungojerrie und Rumpelteazer. Der kriminelle Macavity stört wiederholt das Fest, wird aber besiegt. Den Höhepunkt bildet die ausgestossene Grizabella mit ihrem herzergreifenden «Memory»-Lied. Überraschend wird die verlebte Katze für die Wiedergeburt ausgewählt.
An der nun erneut auf Tournee geschickten englischen Originalproduktion arbeiten zentrale Originalmitglieder der Crew weiterhin mit – ein Hinweis auf die Langlebigkeit und Selbstähnlichkeit dieses Stücks. Gleichzeitig finden Anpassungen statt: Choreografie, Lichtdesign und Kostüme wurden mehrfach überarbeitet, bleiben aber dem Grundkonzept treu.
Die Bühnenästhetik – ein grossformatiger Schrottplatz im Massstab 3:1 – und die musikalischen Eigenheiten verankern Cats klar in der Ära der sogenannten Megamusicals. Trotz vereinzelter Kritik, etwa am simplen narrativen Aufbau oder der Hommage an reine Körperperformance, gilt das Stück als Meilenstein für Musicalproduktion und -vermarktung.
Die schiere Ausdauer von Cats ist legendär. Im Londoner Musical-Viertel West End lief das Musical 21 Jahre lang ohne Unterbrechung – von 1981 bis 2002 – und erreichte dort unglaubliche 8.949 Vorstellungen. Am Broadway hielt es 18 Jahre durch – mit 7.485 Aufführungen. Doch die wahre Kuriosität liegt in Japan: Dort läuft Cats seit 1983 praktisch ununterbrochen – über 10.000 Aufführungen für mehr als 10 Millionen Zuschauer. Diese Zahlen machten Cats jahrelang zum am längsten laufenden Musical der Welt, bis «The Phantom of the Opera» 2006 den Broadway-Rekord überholte.
Mehr als 73 Millionen Menschen weltweit haben Cats gesehen – das entspricht der gesamten Bevölkerung Deutschlands. Diese Zahl wird noch beeindruckender, wenn man die einzelnen Produktionen betrachtet: Hamburg führt mit 6,2 Millionen Besuchern über 15 Jahre. Die Wiener Produktion lockte 2,3 Millionen Besucher in nur sieben Jahren ins Theater.
Ein besonders kurioser Rekord: Ein Hamburger Lehrer namens Wolfgang Biskop sah Cats 440 Mal zwischen 1986 und 2001 – statistisch gesehen alle zwei Wochen innert 15 Jahren.
«Memory» ist nicht nur der bekannteste Song aus Cats, sondern möglicherweise der erfolgreichste Musical-Song überhaupt. Die Zahlen sind verblüffend: Über 150 Künstler haben den Song aufgenommen. Von Barbra Streisand über den Barry Manilow bis zu Johnny Mathis – von Liberace bis zu einer Techno-Version von Natalie Grant: Kein Musical-Song wurde vielfältiger interpretiert.