Als Sie vor zwölf Jahren durchstarteten, waren Sie einer der wenigen Singer-Songwriter im Mainstream-Pop.
Ja, das stimmt.
Heute wimmelt es dort nur so von Gitarre spielenden Männern, die sich von ihrer gefühlvollen Seite zeigen, zum Beispiel Hozier, James Bay, Jack Garratt. Fühlen Sie sich als Vaterfigur dieser Szene?
Wenn mir Ed Sheeran erzählt, dass er mit 14 an eines meiner Konzerte kam, dann schon. Aber sonst nicht. Vaterfiguren dieser Szene sind wohl eher Musiker wie David Gray oder Damien Rice, die auch mich beeinflusst haben.
Das Magazin «Rolling Stone» wählte «You’re Beautiful» auf Platz sieben der nervigsten Songs aller Zeiten. Gleich hinter «Mambo No. 5» von Lou Bega. Wie gerne spielen Sie den Song noch?
Es ist mein grösster Hit. Wenn ich ihn am Ende eines Konzerts nicht spiele, enthalte ich dem Publikum etwas vor. Auch für mich ist es ein freudiger Moment, denn er bedeutet, dass ich gleich ein Bier trinken gehen kann.
Sie haben mit einem Stipendium der Elite-Universität Bristol Soziologie studiert. Als Gegenleistung mussten Sie nach dem Abschluss mindestens vier Jahre lang dienen. Fanden Sie das nicht mühsam?
Im Gegenteil, ich habe es sehr gerne gemacht und noch zwei Jahre angehängt.
Sie waren für die Nato während des Krieges in Kosovo stationiert. Schon damals haben Sie für die Truppen ab und zu ein Ständchen gesungen.
Ich musste sehr genau darauf achten, welchen Song ich in dieser entmutigenden Umgebung auswähle, in der sich Menschen gegenseitig umbrachten.
Mussten Sie töten?
Es fühlt sich komisch an, in einem zivilen Umfeld über solche Dinge zu sprechen. Man sollte einen Soldaten lieber fragen, wie viele Menschenleben er gerettet hat. Im Kosovo waren es Tausende.
Würden Sie Ihrem Sohn eine Militärkarriere ans Herz legen?
Ich würde ihm jedenfalls nicht davon abraten. Die Armee war meine Lebensschule. Ich bin privilegiert aufgewachsen und stamme aus einem sicheren Land. Dank der Armee hatte ich Kontakt zu Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen.
Zu guter Letzt waren Sie auch noch Mitglied der königlichen Leibgarde. Sind Sie mit einem dieser putzigen Fell-Hüte vor dem Buckingham Palace herumstolziert?
Nein, ich sass auf einem Pferd. Ich war bei den Horse Guards. Das sind die mit den Pickelhauben, an denen eine Art Schweif aus weissem Pferdehaar befestigt ist. Dazu trug ich eine Rüstung. Es war ein wahnsinniges Erlebnis.
Durften Sie diesen Helm behalten?
Leider nicht.
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Mi 8. November 2017, Arena de Genève Genf
Do 9. November 2017, Hallenstadion Zürich
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Dieser Artikel wurde ursprünglich im Sonntagsblick publiziert.